So geht es in der Hundeschule in Neuss zu

Hundeschule: Die süßeste „Schule“ der Stadt Neuss

Eine Schule für Menschen mit Hund: Susanne Ripphahn aus Neuss weiß, dass oft nicht die Hunde das Problem sind, sondern ihre Besitzer. Sie vermittelt, wie Tierfreunde ihren Vierbeinern richtiges Verhalten beibringen.

Sunny macht ihr eigenes Ding. Erst vier Monate ist die kleine Bolonka-Hündin alt – und hält ihr Herrchen Timo Hoyer ordentlich auf Trab. „Leinenführigkeit“ nennt sich eine von vielen praktischen Übungen, die Sunny allerdings wenig interessant findet. Die weiße Hündin springt lieber permanent am Bein ihres Herrchens hoch – Timo Hoyer braucht jede Menge Geduld. Da sieht auch Susanne Ripphahn noch Verbesserungspotenzial. Sie ist Betreiberin der „Wuff Akademie“, einer Hundeschule, die sie vor 13 Jahren gegründet hat und in der sie sowohl Gruppen- als auch Einzelunterricht gibt. „Das ist eine Schule für Menschen mit Hund“, sagt Ripphahn und unterstreicht: „Es liegt nicht an dem Hund, sondern immer am Besitzer.“ Ihr Ziel: Sie möchte Hundebesitzern zeigen, wie sie ihrem Vierbeiner positiv vermitteln können, wie er sich verhalten soll.

Hunde brauchen klare Regeln. Das ist einfacher gesagt, als getan. Bei Timo Hoyer und seiner Sunny zumindest funktioniert das mit den Regeln noch nicht ganz wie gewünscht. „Sie haben einen sehr schnellen Hund“, ruft Susanne Ripphahn in seine Richtung, als er aus der Ferne auf sie zukommt – samt springender Hündin an der Leine. Ein etwas hilfloses „Ja, das stimmt“ kommt zurück. Die große Herausforderung: Timo Hoyer muss genau den Moment erwischen, in dem die Hündin mit allen vier Pfoten auf dem Boden neben ihm geht, um sie mit einem Leckerli zu belohnen. „Hunde können sich nur etwa zwei Sekunden merken, was Lob oder Tadel ist“, sagt Ripphahn.

  • Koch-Show zu Gast in Neuss : „Das perfekte Dinner“ in Grimlinghausen

Sie setzt in ihrem Training auf sogenannte positive Verstärkung. „Dadurch wird das gewünschte Verhalten des Hundes durch Belohnung immer wieder verstärkt, so dass der Hund lernt, dass sich ein bestimmtes Verhalten in der jeweiligen Situation immer mehr lohnt als ein unerwünschtes Verhalten.“ Die Neusserin hat ihren Labrador Linus auf diese Weise so erzogen, dass er stets mit gutem Beispiel vorangehen kann. Ihr Hund hört auf ihren Ruf oder auf eine Pfeife – und ist ohne zu zögern prompt zur Stelle.

Bis es soweit ist, dass Herrchen oder Frauchen ihre Hunde gut unter Kontrolle haben, können viele Stunden in der Hundeschule vergehen. Sieben Gruppen unterrichtet Ripphahn, in besonders schwierigen Fällen bietet sie auch Einzelunterricht an. „Die Grundlagen erlernen die meisten Teilnehmer nach 15 bis 20 Gruppenstunden“, erzählt die Trainerin. Dann verzeichneten die meisten auch erste Erfolge im Umgang mit ihren tierischen Begleitern. „Zu den Grundlagen zählen die Leinenführigkeit, ,Sitz‘, ,Platz‘ und ,Bleib‘“, zählt die 50-Jährige auf. Timo Hoyer und seine Hündin Sunny zählt sie zu den Anfängern – zu den Teilnehmern, die mit sehr jungen und oft extrem verspielten Hunden zu ihr kommen. Ein Hund, den man ohne weiteres als „verspielt“ bezeichnen könnte, ist Moug, ein Appenzeller Sennenhund. Er ist fast doppelt so groß wie Sunny, mit der er am liebsten spielt. Moug gehört Bernadette Buß aus Neuss. Es ist der siebte Hund, den sie besitzt und erzieht. „Mougs älterer Bruder ist kürzlich gestorben, daher hat er niemanden, an den er sich halten kann. Mir ist wichtig, dass er den Sozialkontakt lernt“, erzählt Buß. Ihr Hund soll einmal ein Rettungshund werden – eine Aufgabe, für die der Vierbeiner speziell vorbereitet werden muss.

Mehr von RP ONLINE