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Neuss: So funktioniert die Galopprennbahn

Neuss : So funktioniert die Galopprennbahn

Am Sonntag starten wieder Galopprennen in Neuss. Doch nicht nur für Pferdewetten, sondern auch für Familien ist das Spektakel interessant. Wir erklären die wichtigsten Stationen für Galopprenn-Neulinge.

Die Galopprennbahn in Hafennähe ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Wenn an einem Renntag die Jockeys mit ihren Pferden in atemberaubendem Tempo über die Sandbahn donnern, ist für den Spaß der Zuschauer viel Arbeit hinter den Kulissen nötig. Die NGZ erklärt, wie die Rennbahn funktioniert und warum sie am kommenden Sonntag, dem nächsten Renntag, als Familienausflugsziel geeignet ist.

Um 13.30 Uhr beginnt das erste Rennen. Wenn die Zuschauer in der Nähe der zwei Jahre alten Gebäude am Rennbahnpark ihre Autos abgestellt haben und beim Buchmacher die ersten Wetten abschließen, sind die Jockeys bereits umgezogen. In Umkleidekabinen schälen sie sich in ihre engen Seiden-Trikots. "Die müssen besonders leicht sein und sind farblich gut voneinander zu unterscheiden, damit auf der weiten Rennbahn später die Richter jeden Reiter beobachten können", erklärt Reitsport-Experte und Vorstandsmitglied des Neusser Reiter- und Rennvereins, Peter Ritters.

Mit dem Sattel (der mit höchstens 500 Gramm Gewicht nicht mit einem normalen Pferdesattel vergleichbar ist), der Reiterkappe und der Gerte müssen die Jockeys an der offiziellen Waage gewogen werden. Idealgewicht für einen ausgewachsenen Profireiter: 50 Kilo.

"Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Jockey kurz vor dem Rennen noch Gewicht verlieren kann. Häufig setzten sie sich aber mit den Anzügen in die Sauna und schwitzen Wasser aus — zwei bis drei Kilo sind möglich", weiß Ritters. Die Jockeys werden auch nach dem Rennen gewogen. Wichtig: Nach dem Rennen müssen sie genauso viel wiegen wie vor dem Rennen.

An 25 Kassen wird gesetzt

In unmittelbarer Nähe zum Waage-Raum und den Umkleiden warten die Trainer mit den Pferden. Im sogenannten Führring gilt es, die Tiere den Zuschauern zu präsentieren. Ritters: "Die Zuschauer wollen sich ja ein Bild von den Pferden und Reitern machen können, bevor sie ihre Wetten abschließen". Dabei sind Wetteinsätze von 50 Cent aufwärts möglich. An 25 Kassen im gesamten Gebäudekomplex kann gesetzt werden, auf den Bildschirmen beim Buchmacher sogar auf Rennen weltweit.

Sind die Pferde aufgesattelt, geht es auf die Bahn. Vor dem Restaurant über dem Buchmacher-Büro gibt es den besten Blick über die Galopprennbahn. Aus einer Startmaschine rasen die Pferde los, mehrere Rennrichter beobachten den Verlauf — aber nicht mehr vom kleinen Richterturm aus, der mittlerweile Peter Ritters gehört und von ihm liebevoll saniert wurde. Heute sitzen die Rennrichter in einer Kabine. An der Ziellinie direkt bei der Tribüne werden über Spiegel Bilder vom Zieleinlauf gemacht. "Nur so kann einwandfrei ermittelt werden, welches Pferd vorne lag. Da geht es manchmal buchstäblich um Nasenlängen", sagt Peter Ritters.

Sandbahn auch im Winter genutzt

Das Besondere ist die Sandbahn, die im Winter genutzt werden kann. "Das bedeutet aber, dass drei fest angestellte Mitarbeiter bei frostigen Temperaturen Tag und Nacht im Wechsel mit einem Trecker die Bahn durchpflügen müssen, damit der Sand nicht zu steinharten Brocken verklumpt", so Ritters. Am Renntag sind bis zu 40 Leute für den Ablauf zuständig. Auch die Siegerehrungen der verschiedenen Rennen finden am Absattelring beim Rennparkgebäude statt.

(NGZ)