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Sitzung ohne Namen in Neuss 2019: Narren verwandeln Zeughaus in ein Tollhaus

13. Sitzung ohne Namen in Neuss : Narren machen Zeughaus zum Tollhaus

Stars des Kölner Karnevals lassen die „Sitzung ohne Namen“ zum vierstündigen Klatsch-Marathon werden. Bernd Stelter, Guido Cantz, „Räuber“ und „Rabaue“ machen aus dem Zeughaus in dieser Partynacht den „Neusser Gürzenich“.

Die „13“ kann auch eine Glückszahl sein. Das war sie auf jeden Fall am Dienstagabend für Gastgeber und Gäste der „Sitzung ohne Namen“. Der 13. Auflage dieser Karnevalsparty konnten weder Schnee noch glatte Straßen etwas anhaben. Kein Platz im Zeughaus-Saal blieb leer, kein Künstler reiste verspätet an. „Offenbar haben sich alle vor der Anfahrt auf die schwierigen Wetterverhältnisse eingestellt“, sagt Christian Feldbinder, „wir hatten mit dem Zeitplan jedenfalls keine Probleme.“

So konnte Initiator Feldbinder, der Marketing-Direktor der gastgebenden Volksbank Düsseldorf Neuss, den Abend genießen, den er einst „erfunden“ hat. Die Idee: Eine Genossenschaftsbank für zwei Städte bringt die Narren aus beiden Städten für eine Karnevalsveranstaltung an einem Ort zusammen. In Stefan Kleinehr fand Feldbinder einen Mitstreiter und eloquenten Sitzungspräsidenten. Kleinehr brachte seine karnevalistische Heimat, den Allgemeinen Verein der Karnevalsfreunde Düsseldorf (AVDK) mit ins Boot, in das auch die Neusser Heimatfreunde einstiegen. Seither ist der neunköpfige „Elferrat“ (fast) paritätisch besetzt, seither grüßen von der Zeughaus-Bühne die Wahrzeichen der beiden Nachbarstädte, das Neusser Quirinus-Münster und der Düsseldorfer Schlossturm.

Das Konzept für dieses „Kammerspiel“ unter den Karnevalssitzungen geht auf. Alle Veranstaltungen waren bisher ausverkauft – und so wird es auch im nächsten Jahr sein. „Die Karten für 2020 sind fast vergriffen“, signalisierte Feldbinder bereits am Tag danach um 11.45 Uhr. Da hatte er eine lange Party und kurze Nacht hinter sich, die mit einem vierstündigen Klatsch-Marathon begonnen hatte.

In den „Neusser Gürzenich“, wie das Zeughaus in der Session gerufen wird, waren wieder Künstler aus der ersten Kölner Karnevals-Liga angereist: Redner Guido Cantz und der Bauchredner Klaus Rupprecht mit seinem frechen Affen Willi, die Kultbands „Räuber“ und „Rabaue“ sowie das Tranditionstanzkorps „Luftflotte“, das auf der kleinen Zeughaus-Bühne große Akrobatik mit fliegenden Menschen zeigte. Erstmals dabei war die Brass- und Performanceformation „Druckluft“ aus Bonn. Junge Frauen und Männer, die das Zeughaus rockten.

Ein Programm ohne Längen mit starken Künstlern, das dennoch einen Star hatte: Altmeister Bernd Stelter, der mit eingängiger Musik, witzigen Texten und überraschenden Pointen derart begeisterte, dass ihm das komplett kostümierte Narrenvolk schon während des Vortrags zwei Mal stehend zu jubelte.

Keine Sitzung ohne Tollitäten. Gemeinsam zogen die Prinzenpaare aus Neuss und Düsseldorf, Kalli Geißler und Novesia Mandy Gilles sowie Martin Meyer und Venetia Sabine Ilbertz, mit Gefolge ins Zeughaus ein. Alles wie immer? Eben nicht. Sitzungspräsident Stefan Kleinehr entführte Prinz Martin zum Grußwort auf die Empore, die bei der „Sitzung ohne Namen“ als Gepäcknetz bezeichnet wird. So gelang nicht nur ein völlig neues Bild, sondern ein stimmungsvoller Auftakt für eine Sitzung, die – wie es Kleinehr ausdrücke – aus dem „Zeughaus ein Tollhaus“ machte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So war die Sitzung ohne Namen 2019 in Neuss