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Neuss: Sieg für "Betrayers of Babylon"

Neuss : Sieg für "Betrayers of Babylon"

Vier Interpreten standen am Samstag im Finale um den Rock- und Popförderpreis der Stadt. Die 1500 Euro für den Sieger gab es nach vier abwechslungsreichen Darbietungen schließlich für die "Betrayers of Babylon".

Eisig kalt war es an diesem Wochenende – auch in der Halle des Greyhound, wo am Freitag der Rock- und Popförderpreis der Stadt Neuss vergeben wurde. Einheizen lautete deshalb die oberste Order, welche die vier verbliebenen Bands, die von der Jury aus zehn Bewerbern für das finale Livekonzert ausgewählt worden waren, zu erfüllen hatten. Das gelang ihnen sehr gut. Schon die erste Band, die "Betrayers of Babylon" zündeten den Ofen direkt auf oberster Stufe. Mit einer Reggaeversion vom Imperial March aus Star Wars fingen sie um Punkt 20 Uhr an, ohne auf die Eröffnungsrede oder eine Ansage zu warten. Man merkte, die sechs noch jungen Musiker konnten es gar nicht erwarten, ihr Können zu zeigen. Und das machte einen Riesesenspaß. Mit eingängigen Posaunenklängen, abwechslungsreichen südlich klingenden Rhythmen zu flüssigem Sprechgesang. Eine aufmunternde, kraftvolle Mischung aus Reggae und Ska. Dazu originelle deutsche Texte, die aber live nicht so ganz gut zu verstehen waren.

Die Band punktete mit abwechslungsreichem Liedgut und erzeugte ein bisschen die Stimmung und den Beat, für die Bands wie Seeed sonst beliebt sind. Zugaberufe konterten die Jungs selbstbewusst: "Wir spielen gerne am Schluss nochmal, wenn wir gewonnen haben." Sie sollten Recht behalten. Doch zuvor gab es erstmal satten Hip-Hop von Snash: Zu wummernden Bässen schmetterte der junge Rapper seinen einwandfreien Sprechgesang in die Halle, die Musik kam leider nur vom Band. 20 Jahre jung ist Snash, rappt seit er 13 ist und "baut seine Beats selber". Zudem zeigte er sich als höflicher Rapper und entschuldigte sich im Vorfeld für Schimpfwörter, die er sich leider nicht verkneifen könne. "Hip hop ist kein Trend, sondern ein Lebensgefühl", meint er. Was danach folgte kann man als lupenreinen Stilbruch beschreiben. Auf Rap-Beats folgt Heavy-Metal-Gewitter. Ein Grund, warum die Rockförderpreis-Konzerte für jeden etwas bieten. Bei den "Oakland Cowboys" gab es leider ein soundtechnisches Problem. Das Schlagzeug übertönte fast alle anderen, ein Soundbrei mit Gesang durchdrang den Raum. Der Mann am Mischpult drehte eifrig an den Reglern und versuchte nachzujustieren. Immerhin, das Publikum tobte vor der Bühne, teilweise mit selbst gebastelten Schildern.

Mit "Jacobs Ladder" folgte die wohl härteste Konkurrenz der "Betrayers of Babylon". Sie boten ein wenig gesetztere Hardrockklänge, durchsetzt von interessanten Tempiwechseln, bei denen besonders der Schlagzeuger glänzte. Ihr Sänger wechselte gekonnt zwischen tiefen, grunzenden Shouts und melodiösem, teilweise sehr hohem Gesang. Insgesamt verfügten sie über das breiteste Spektrum. An diesem Abend jedoch hatten die wärmenden und stimmungsvollen Klänge von den "Betrayers of Babylon" die Nase vorn und so durften die sechs Jungs am Ende den mit 1500 Euro dotierten Preis entgegennehmen.

(NGZ)