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Neuss: Sicherheitskonzept für Kappeszug fehlt

Neuss : Sicherheitskonzept für Kappeszug fehlt

Mit dem Kappeszug am Sonntag erlebt der Straßenkarneval seinen Höhepunkt. Fast 3000 Aktive sind angemeldet, 40 Mottowagen sollen teilnehmen. Doch die Genehmigung der Behörden steht noch aus. Kein Konzept, kein Umzug.

Sechs Tage vor dem Kappessonntagszug hat der Karnevalsausschuss (KA) noch nicht alle Hausaufgaben erledigt. Das Sicherheitskonzept, das von der Bezirksregierung erstmals schriftlich verlangt wird, trägt noch nicht alle erforderlichen Unterschriften. Während KA-Geschäftsführer Carsten Dorweiler hofft, dass diese Formalität noch glatt über die Bühne geht ("Wir haben schließlich schon zwei Mal nachgebessert"), verschweigt Zugleiter Ralf Dienel auch die Konsequenzen im anderen Fall nicht: "Dann fällt alles aus." Kein Konzept, keine Genehmigung, kein Zug. "Alles andere wäre nicht zu verantworten," sagt er.

Dabei ist im Prinzip alles vorbereitet für ein Spektakel, zu dem KA-Präsident Jakob Beyen am Sonntag ab 13 Uhr zwischen 80- und 100 000 Besucher in der Innenstadt erwartet. Auch der Kapessonntagzug selber steht. "Wir haben fast keine Reserveplätze mehr", sagt Dienel. 101 Nennungen hat er insgesamt vorliegen, darunter etwa für 40 Prunkwagen. Insgesamt rechnet er mit fast 3000 Karnevalisten im Umzug, in dem es zwei Kapellen mehr geben wird, als im Vorjahr. "Andererseits haben wir vier Sportvereine verloren", beklagt er aktuelle Abmeldungen. "Die Zuglänge ist damit fast an der Grenze", berichtet KA-Vize Rainer Franzen, viele Jahre selbst Zugleiter. "Man sollte nicht mehr darüber gehen, damit man das Ganze unter Kontrolle behält."

Damit der Umzug auf der fünf Kilometer langen Strecke nicht nur unbeschwert, sondern für alle auch sicher über die Bühne gehen kann, bieten alleine die Karnevalisten 600 Ordnungskräfte auf. Das sei nicht neu, sagt der KA-Präsident, der in den Vorgaben für das Sicherheitskonzept viel von dem wiederfindet, was in Neuss seit Jahren Standard sei: Absperrungen (etwa an den Rathausarkaden), sechs "Wagenengel" pro Prunk- und zwei für jeden Bagagewagen, die diese, mit Warnwesten bekleidet, zu Fuß begleiten und absichern, eine enge Einbindung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Die haben schon eigene Exposés als Anlage zum geforderten Konzept erarbeitet. Die zentrale Forderung einer TüV-Abnahme für alle Fahrzeuge wurde schon in der Vorwoche erfüllt, berichtet Beyen. "Problemlos", wie Franzen hinzufügt. Zudem wurde vom KA auch eine Haftpflichtversicherung neu abgeschlossen.

Im Oktober hatte Dorweiler schon bei den Behörden nach neuen Vorgaben gefragt, letztlich aber sei der KA von der Forderung nach einem Sicherheitskonzept vor zwei Wochen überrascht worden. Trotzdem bleibt der Geschäftsführer gelassen. "Die Schützen hatten ihre Genehmigung auch erst am Donnerstag vor Kirmeseröffnung."

(NGZ)