Neuss: Sich den Spiegel vorhalten

Neuss : Sich den Spiegel vorhalten

"Ich erkenne mich selbst": Der Spiegel ist für Pfarrer Michael Tewes (46) das passendste Symbol für die Fastenzeit. Der Spiegel steht deshalb auch als wichtigstes Utensil im Mittelpunkt, wenn am ersten Fastensonntag im Pfarrverband Neuss-West/Korschenbroich eine Reihe von Gottesdiensten beginnt, die aus den Tagen bis Ostern eine besonders geprägte Zeit machen sollen.

Die Kirche regt ihre Priester dazu an, in der Fastenzeit in besonderer Weise auf das Thema Buße einzugehen. Jeder solle sich selbst den Spiegel vorhalten und die Frage stellen, wie er vor Gott und seinen Mitmenschen da steht, erklärt Tewes. Zeit zum Nachdenken soll die Fastenzeit sein. "Wir sollen unser Leben in den Blick nehmen", fordert Tewes auf, der sich selbst vor dem Aschermittwoch immer einem Gedanken, einem Thema stellt, bei dem er für sich in den folgenden 40 Tagen Klarheit erlangen will.

Die Fastenzeit leitet sich ab aus dem Bericht in der Bibel über die 40 Tage, die Jesus nach seiner Taufe im Jordan betend in der Wüste verbrachte. Auch er wollte Klarheit über den Lebensweg gewinnen, den zu gehen ihm bestimmt war.

Die Kirche, so Tewes, bietet den Christen bei diesem Nachdenken Hilfen in Form von Gottesdiensten und Andachten aber auch Gemeinschaft an. Zum Beispiel, wenn am Freitag, 23. März, ein gemeinsamer Bußgang vom Kloster Kreitz zum Kloster Langwaden unternommen wird. Oder eben an jedem Fastensonntag, wenn die Figuren der Weihnachtskrippen in den Kirchen des Verbandes mit neuen Attributen versehen werden: Etwa dem Weizenkorn – für einen Neuanfang.

(NGZ)
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