Neuss: Shakespeare-Festival: Das wird gezeigt

Neuss : Shakespeare-Festival: Das wird gezeigt

Neun deutsche Erstaufführungen, insgesamt 16 Produktionen (zwei mehr als üblich) aus sieben Ländern – die 22. Auflage des Shakespeare-Festivals kann nicht nur mit Zahlen strotzen, sondern auch mit ungewöhnlichen Aufführungen ungewöhnlicher Truppen. Dabei profitiert Neuss auch von Olympia in London.

Neun deutsche Erstaufführungen, insgesamt 16 Produktionen (zwei mehr als üblich) aus sieben Ländern — die 22. Auflage des Shakespeare-Festivals kann nicht nur mit Zahlen strotzen, sondern auch mit ungewöhnlichen Aufführungen ungewöhnlicher Truppen. Dabei profitiert Neuss auch von Olympia in London.

Denn die Engländer machen das Geld locker für ein Theaterfestival im dortigen Globe,. zu dem 36 Stücke aus den Teilnehmer-Ländern eingeladen werden — eines davon kommt aus Kabul und zeigt die "Comedy of Errors". Die unter schwierigen Umständen noch entstehende Produktion der Roy-e-Sabs (mit unverschleierten Frauen) hat gewissermaßen eine carte blanche bekommen und wurde nach Neuss eingeladen: "Weil allein das politische Zeichen wichtig ist", sagt Festivalleiter Rainer Wiertz entschieden. Krieg ist dann auch so etwas wie der thematische Leitfaden des Festivals — wobei Wiertz dazu auch den Krieg der Geschlechter zählt.

Karten gibt es ab 28. März

Aus allen Himmelsrichtungen werden die Schauspieler und Regisseure nach Neuss strömen. Aus ganz weit im Westen, aus Chicago, kommen die Q-Brothers mit einer Zweipersonen-Version von "Othello" — mit HipHop-Elementen und als "The Remix" betitelt. Nicht ganz so weit haben es die französischen Compagnien Des petits Heures von Regisseur Dan Jemmett, die einen dreifachen Richard III. mitbringen, und Magnus Casalibus, die aus Romeo und Julia ein Zwei-Männerstück "Romeo et Jules" macht.

Aus dem näheren Osten kommt die Shakespeare Company Berlin mit einem netten, wie Wiertz sagt, "Sommernachtstraum", und aus dem ferneren Osten reist ein "Hamlet" aus dem polnischen Kielce vom Teatr Zeromskiego und eine "Miranda" (nach "Der Sturm") vom OKT Vilnius aus Litauen nach Neuss. Und aus Danzig gibt es eine Lecture zur Shakespeare-Bühne —von Jerzy Limon, dem Direktor des polnischen Theatrum Gedanense. Die beiden letztgenannten Produktionen werden auch mit Hilfe des NRW-Festivals "Klopsztanga. Polen grenzenlos NRW" finanziert.

Aus nördlichen Gefilden macht sich die bremer shakespeare company mit der von nur vier Männern gespielten Komödie "Verlorene Liebesmüh" auf den Weg; aus England kommt zum ersten Mal das Icarus Theatre mit einem archaischen "Macbeth", aber auch die langjährigen Freunde des Neusser Festivals, die Propeller Company, sind dabei (mit "Henry V."). Wiederholungstäter sind auch die Musiker Elisabeth Watts (Sopran) und Simon Lepper (Klavier). Nur einmal über die Straße muss das RLT gehen, das mit "Sieben Sonette" und "Wintermärchen" "selbstverständlich" (Wiertz) eingeladen ist, und auch Bea von Malchus aus Freiburg hat es mit ihrem Solotheater "Shake Lear!" nicht so weit.

Karten für das Festival gibt es ab 28. März. Das komplette Programm finden Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Shakespeare-Festival 2016: das Programm

(NGZ/url)