1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Sergej Gößner besucht die Premiere von seinem Stück "Mongos" am RLT Neuss

RLT Neuss : Premiere von „Mongos“ mit dem Autor

Sergej Gößner arbeitet schon an einem neuen Stück, das am RLT in der Spielzeit 2021/22 gezeigt werden soll.

Ist es das Stück oder sind es die Kollegen, die Sergej Gößner den Weg von Hamburg nach Neuss machen lassen? Vermutlich beides. Natürlich will der Autor von „Mongos“ auch sehen, was Regisseurin Marlene Anna Schäfer aus dem Stück, das am Samstag Premiere  am RLT feiert, gemacht hat. Aber  genauso freut sich der 1988 geborene Schauspieler auch auf das Wiedersehen mit Schäfer, Intendantin Caroline Stolz und diversen Kollegen aus dem Ensemble. Man kennt sich aus der gemeinsamen Zeit am Staatstheater Wiesbaden, hat den Kontakt gehalten, so es ging.

„Mongos“-Autor Sergej Gößner kommt zur Premiere. Foto: Christine Tritschler

Für Gößner zumindest wird es nicht die letzte Fahrt nach Neuss sein. In der übernächsten Spielzeit wird am RLT nämlich „Rotkäppchen und Herr Wolff“ gezeigt. Ein Stück, „für das es einen Stand gibt“, sagt Gößner, das aber noch nicht fertig ist. Gleichwohl ist er sicher, ein „Familienstück“ abzuliefern, eines, das Erwachsenen und Kindern Spaß macht, das Märchen ein bisschen nacherzählt, sich aber der heutigen Zeit anpasst. So ist der Herr Wolff (mit zwei f!)  im Märchenwald ein Fremder, über den es viele Gerüchte gibt.

Sechs  Stücke hat Gößner bisher geschrieben, jedes für den Kinder- und Jugendtheaterbereich. Denn den mag er besonders: „Ich habe als Schauspieler im Jungen Staatstheater Wiesbaden angefangen und da Blut geleckt“, sagt er lachend. Aber er wollte sich auch weiterentwickeln, hat deswegen fünf Jahre im Abendspielplan auf der Bühne gestanden und dann entscheiden: „Ich gehe wieder zurück.“ Innsbruck und Pforzheim waren die nächsten Stationen, seit 2017/18 gehört er fest zum Ensemble des Jungen Schauspielhauses Hamburg, fühlt sich dort im Team mit sechs Festangestellten und Gästen zwar wohl, aber will dennoch im Sommer aufhören. „Dann bin ich frei“, sagt er, „werde in erster Linie als Autor arbeiten und als Schauspieler nur, wenn ich unbedingte Lust habe.“

  Das Leben als Schauspieler in Hamburg und Autor erfolgreicher Jugendstücke (in Halle wurde gerade sein Stück „Wegklatschen“ ausgezeichnet, für „Mongos“ bekam er 2018 den JugendStückePreis des Heidelberger Stückemarkts) hat für ihn Grenzen, eine „gewisse Erschöpfung“  habe sich gezeigt, sagt Gößner, so dass er sich zu diesem radikalen Schnitt entschlossen hat.

Dass er aber auch als Autor dem Jugendtheater treu bleibt, ist keine Frage für ihn. Er, der die Sparte nicht nur mag, sondern auch in vielen Aktionen belebt, setzt sich für sie sein  – nach dem Motto: „Wir sind relevanter!“.

Seiner Überzeugung nach sind junge Zuschauer „Menschen, die im Werden sind“. Keine Bildungsbürger, sondern  sie kommen aus allen Schichten der Bevölkerung.  Und dass Kinder und Jugendliche direkter reagieren, war für den Schauspieler Gößner bisher nie ein Problem. „Nach einiger Zeit kennt man sein Publikum“, sagt er trocken.