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Neuss: Senioren-Überfälle aufgeklärt

Neuss : Senioren-Überfälle aufgeklärt

Fahndungserfolg der Polizei: Am Mittwoch wurden fünf junge Männer zwischen 15 und 20 Jahren festgenommen, die für zahlreiche Raubüberfälle aber auch Einbrüche verantwortlich sein sollen. Drei Täter sitzen in Haft.

Es waren besonders perfide Taten: Gleich zwei Mal überfielen maskierte und bewaffnete Männer in Erfttal und in Selikum Senioren von über 80 Jahren in ihren Wohnungen, bedrohten und beraubten sie. Doch von diesen Tätern geht keine Gefahr mehr aus. Am Mittwochmorgen nahm die Polizei nach Hausdurchsuchungen fünf meist jugendliche Männer zwischen 15 und 20 Jahren unter dringendem Tatverdacht fest. Drei Hauptverdächtige schickte der Haftrichter gestern ins Gefängnis, nachdem im polizeilichen Verhör diese Überfälle und eine Reihe weiterer Straftaten gestanden wurden.

Es war eine Annahme, aber sie bewahrheitete sich: Die Täter waren aus Neuss, kannten sich aus. Umgekehrt trug das dazu bei, dass die Ermittlungskommission, die unter dem Eindruck der jüngsten Überfälle gebildet wurde, nicht einmal eine Woche nach dem letzten Raub die Tatverdächtigen dingfest machen konnte. Denn die jungen Männer waren mehrfach aufgefallen, und ihre Entdeckung Ergebnis einer polizeilichen Ermittlung, bei der viele Zeugenhinweise wie zu einem Puzzle zusammenzufügen waren. "Gute Polizeiarbeit kann häufig dann geleistet werden, wenn sich anzeigebereite Bürger mit ihren verdächtigen Beobachtungen an die Polizei wenden", betont Polizeisprecher Hans-Willi Arnold den Wert solcher Aussagen.

Am Anfang der Geschichte dieses Fahndungserfolges steht der Hinweis eines Anwohners an der Harffer Straße auf vier Jugendliche, die, so die Polizei, ein Ziel für einen Einbruch ausbaldowern wollten.

Das "Kleeblatt" wurde von Zivilfahndern aufgespürt, die Personalien der Jugendlichen aufgenommen. Am vorvergangenen Dienstag wiederum kam es in einem Bus auf der Fahrt nach Weckhoven zu einem Streit. Daran beteiligt: vier Jugendliche von denen einer mit einer Schusswaffe auf einen Fahrgast zeigte.

Ein Film aus der Überwachungskamera des Busses wurde ausgewertet und ergab: In drei Fällen handelte es sich um Jugendliche aus der Überprüfung Harffer Straße. Der Aufenthalt bestimmter Personen an Orten, an denen später Raubüberfälle geschahen, brachten schließlich fünf dringend Tatverdächtige ins Visier der Ermittler.

Der Verdacht wurde spätestens in dem Moment zur Gewissheit, als bei den Hausdurchsuchungen Beutestücke — etwa aus dem jüngsten Überfall an der Cranachstraße — und die dabei verwendete Schusswaffe, eine Luftdruckwaffe, zutage gefördert wurden.

Bei den Festgenommenen handelt es sich ausnahmslos um Neusser, die zudem der Polizei aus anderen Strafverfahren bekannt sind. Die Taten, die sie letztlich gestanden, begingen sie in unterschiedlichen Gruppenkonstellationen.

(NGZ/rl)