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Neuss: Sekundarschule kommt nach Gnadental

Neuss : Sekundarschule kommt nach Gnadental

Die Hauptschule Gnadentaler Allee könnte die neue Sekundarschule aufnehmen. Dafür muss eine Realschule weichen.

Kommt die Sekundarschule, wird sich die Neusser Schullandschaft erneut verändern. Denn dann — so schlägt es Schuldezernentin Christiane Zangs heute den Ratsmitgliedern vor, stünde die Christian-Wierstraet-Schule (CWS) zur Disposition. "Für die neue Schule müssen wir eine alte Schule auflösen", stellt Zangs klar. "Denn sonst würden wir Überkapazitäten schaffen", sagt die Dezernentin.

Die Verwaltung hat die Vorbereitungen für eine neue Sekundarschule bereits weit vorangetrieben: Sowohl der mögliche Standort als auch die Kooperationsschule, die nach Klasse zehn die Oberstufenschüler der neuen Schulform aufnimmt, stehen schon fest. "Die Sekundarschule soll in die freiwerdenden Räume der Hauptschule Gnadentaler Allee einziehen und mit der Gesamtschule an der Erft kooperieren", sagt Zangs. Außerdem legt sie den Ratsmitgliedern heute die Entscheidung nahe, sich für eine sukzessive Schließung der Christian-Wierstraet-Realschule auszusprechen. "Die Schülerzahlen an allen Realschule sind schön länger rückläufig", sagt Zangs. So verlor diese Schulform in den vergangenen zehn Jahren rund 20 Prozent der Schüler, wie aus Zahlen der Stadt hervorgeht. Die CWS sei im Vergleich zu den anderen Realschulen in ihrem Bestand am meisten gefährdet, meint die Verwaltung, die in der stellvertretenden Schulleiterin der CWS, Anja Bentele-Brückner, bereits eine Kandidatin gefunden hat, die bereit wäre, die neue Sekundarschule aufzubauen.

Die neue Schule könnte, so schlägt Schuldezernentin Zangs vor, an die Gnadentaler Allee ziehen — ein Kompromissstandort. Denn eigentlich war in den Debatten über die neue Schulform ein Standort im Neusser Süden favorisiert worden, vor allem vonseiten der CDU, die sich andererseits aber auch vehement dagegen gewehrt hatte, die Realschule Norf schließen zu lassen. Wohl auch ein Grund für die schulpolitische Sprecherin der Union, Stephanie Wellens, mit dem Vorschlag der Stadt zufrieden zu sein.

Die CDU-Politikerin verweist zudem auf die Ergebnisse der Elternbefragung: "Darin hat sich klar gezeigt, dass die Stimmen für die Sekundarschule aus der Nordstadt sowie aus dem Süden von Neuss kommen", sagt Wellens. Daher sei Gnadental als Mittelweg optimal.

Das findet auch die Schulleitung der Gesamtschule an der Erft, Willi Breuer und seine Vertreterin Elisabeth Faber, die bereits Pläne schmieden, wie die Kooperation mit der neuen Schule aussehen könnte. Beide sprechen von einem "Modellprojekt für die Neusser Schullandschaft", können sich eine enge Zusammenarbeit, etwa bei AGs, Austauschprogrammen oder Sportangeboten vorstellen. "Das wird eine spannende Aufgabe, die beide Schulen stärken wird", sagt Breuer.

(NGZ)