SEK-Einsatz in Neuss

Neuss: SEK-Ermittler stürmen Haus in Rosellerheide

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hat am späten Montag Abend ein Haus am Lärchenweg im Ortsteil Rosellerheide gestürmt, nachdem Polizeikräfte kurz vor dem Zugriff umliegende Straßen gesperrt hatten. Was oder wen die Fahnder dort gesucht haben (und ob sie es gefunden haben), verrät der zuständige Beamte der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nicht.

Er schließt aber einen Zusammenhang der Aktion mit dem islamistischen Terror aus. Der Verdacht war entstanden, weil ein Auto mit belgischem Kennzeichen von der Polizei sichergestellt worden war.

Anwohner hörten gegen 20.55 Uhr vier Mal einen ordentlichen Knall, als das SEK gewaltsam die Haustür öffnete. "Das hat mich aufgeschreckt", berichtet ein Nachbar. Er schaute aus dem Fenster und sah dort den Krimi, den er im Fernsehprogramm vergeblich gesucht hatte: Voll maskierte Beamte eines Sondereinsatzkommandos der Polizei - der Augenzeuge zählte etwa zehn Männer - liefen umher, wenig später war die Straße voller Einsatzfahrzeuge und Beamter in Uniform und Zivil. Auch wie ein Mann abgeführt wurde, konnte er beobachten. Das Auto mit dem belgischen Kennzeichen, behauptet er, hätte schon wochenlang vor dem Haus gestanden.

Die Anwohner, die offenbar ins Visier der Polizei geraten waren, beschreiben Nachbarn als "geheimnisvoll", aber auch sehr ruhig. Sie hätten das Haus vor vier oder fünf Jahren gekauft, sich aber niemandem vorgestellt, sondern ein zurückgezogenes Leben bevorzugt. In der Nachbarschaft glaubt man, den Grund dafür zu kennen. Aus der Tatsache, dass oft Autos mit Werbeaufklebern des Sauna-Clubs "Magnum", dem nach eigenen Angaben größten Bordell Europas mit Sitz in Erkrath, stehen, schließen sie auf eine berufliche Verbindung des Nachbarn mit diesem Etablissement. Und sie erklären sich so, warum tagsüber fast nie jemand aus diesem Nachbarhaus zu sehen ist. "Die arbeiten nachts, da werden sie tagsüber schlafen müssen", hieß es gestern lapidar.

(-nau/seeg)