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Neuss: Seit Jahrzehnten im Ehrenamt engagiert

Neuss : Seit Jahrzehnten im Ehrenamt engagiert

Dieter Marggraff und Matthias Krüger werden am Sonntag im Rahmen eines Festgottesdienstes für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement geehrt. Die beiden Rentner arbeiten als Prädikanten in der evangelischen Gemeinde.

Sie tragen einen Talar, predigen, schließen Ehebündnisse und begleiten während Trauergottesdiensten Menschen auf ihrem letzten Weg. Dieter Marggraff und Matthias Krüger sind Prädikanten, zwei von insgesamt rund 34 im Kirchenkreis. Als speziell ausgebildete Ehrenamtler unterstützen sie seit vielen Jahren die evangelische Kirchengemeinde. Während eines Festgottesdienstes, zu dem Pfarrer Franz Dohmes die Gemeinde eingeladen hat, werden die beiden am Sonntag für ihr Engagement geehrt.

Krüger wurde vor 40 Jahren als Prädikant ordiniert, Marggraff vor 25 Jahren. Seitdem sind die beiden Neusser in den offiziellen Gottesdienstplan eingebunden. "Wir sind völlig frei darin, wie oft wir eingesetzt werden wollen", erklärt Krüger. Der 69-Jährige trete bereits seit einigen Monaten etwas kürzer. Das Ehrenamt bedeute gerade bei der konkreten Vorbereitung von Gottesdiensten viel Arbeit. "Dennoch macht die Arbeit als Prädikant auch nach dieser langen Zeit weiterhin Spaß. Es ist schön, das Evangelium in die Gemeinde hineinzutragen", sagt der 69-Jährige.

Dass Gläubige, die kein langjähriges Theologiestudium absolviert haben in der evangelischen Kirchengemeinde Aufgaben der hauptamtlichen Pfarrer übernehmen, halten Krüger und Marggraff für eine Bereicherung. "Die Prädikanten kommen aus verschiedenen Berufen und bringen so unterschiedliche Erfahrungen und Hintergründe für ihre Arbeit in der Gemeinde mit", macht Marggraff deutlich. Die damit verbundene Abwechslung komme gut in der Gemeinde an. "Wir erhalten viele positive Rückmeldungen zu unserer Arbeit", sagt Krüger. Die Bestätigung sei es auch, was die beiden Ehrenamtler auch nach dieser langen Zeit als Prädikanten weiterhin ansporne. "Es ist toll zu erleben, wenn die Gemeinde zum Beispiel eine Predigt annimmt und darin vielleicht einen Aspekt findet, der in der eigenen Lebenssituation hilft oder als Gedankenanstoß dient", führt Krüger, der früher als Lehrer am Neusser Quirinus-Gymnasium arbeitete, aus.

Gegenwehr der Gemeindemitglieder dahingehend, dass mit den Prädikanten Laien in der Kanzel stehen, kennen Krüger und Marggraff nicht. "Natürlich wissen die Gottesdienstbesucher, dass wir Prädikanten und keine Pfarrer sind. Wir stehen jedoch nicht in einer Konkurrenz zu den Volltheologen", beschreibt Krüger. Der Dienst, den die Prädikanten verrichten, wird gut angenommen. "Es gibt eine Warteliste für die lange Ausbildung zum Prädikanten", verweist Marggraff (63), der als technischer Angestellter unter anderem in der Kirchenverwaltung arbeitete. Neben dem Beruf werden Interessierte über mehrere Jahre hinweg zu Prädikanten ausgebildet. Bis vor wenigen Jahren hießen die Ehrenamtler in der evangelischen Kirche noch Predigthelfer.

Matthias Krüger und Dieter Marggraff wollen ihren Gemeinden weiterhin aktiv erhalten bleiben. Besonders zur Christuskirche ist ihre persönliche Verbindung groß. Beide kommen aus der Jugendarbeit und wurden vom damaligen Pfarrer Klein an die Arbeit als Prädikant herangeführt. "Ohne ihn hätten wir diesen Schritt sicher nicht getan", blickt Krüger zurück.

(NGZ)