Seelsorgeverband Neuss-Nord als erster fairer Pfarrverband ausgezeichnet

Seelsorgeverband Neuss-Nord ausgezeichnet : Neuss-Nord wird erster „Pfairrverband“

Beim Pfarrfest an St. Josef erhalten die Gemeinden die Auszeichnung, mit der sie sich zu Zielen wie Nachhaltigkeit und Fairness bekennen. Die Anerkennung wird die Arbeit in der Gemeinde bis in die Gremien hinein verändern.

Im Seelsorgebereich Neuss-Nord geht es künftig noch fairer zu. Nachdem die Kirchengemeinden Christ König (2008) und St.-Thomas-Morus (2011) als „Pfairrgemeinde“ ausgezeichnet wurden, schließen sich nun die beiden anderen Gemeinden auf der Furth – St. Josef und Heilig Geist  –  dieser Aktion des Kölner Erzbistums an. Damit ist der Seelsorgerverbund der erste im Erzbistum, der sich in seiner Gesamtheit zu den Zielen Nachhaltigkeit und Fairness bekennt.

Das Siegel wird den Gemeinden am Sonntag, 8. September, durch Markus Prenger, Referent der Abteilung Weltkirche/Weltmission des Erzbistums, überreicht. Prenger kommt dazu um 10 Uhr in den Familiengottesdienst in der Kirche St. Josef an der Gladbacher Straße. Und er kann auch noch gerne etwas länger bleiben, weil die Ehrung mit einem Fest rund um die Kirche verbunden wird. Einem Pfarr- oder besser gesagt „Pfairrfest“.

Mit der Kampagne, die im Jahr 2008 erstmals gestartet wurde, will das Bistum die Kirchengemeinden ermutigen, sich an der Verbesserung der Lebensbedingungen für die Ärmsten zu beteiligen. Zuletzt sei die Kampagne etwas eingeschlafen, berichtet Nele Harbeke, doch seit 2018 ist das Projekt wieder aktiv. „Das erklärt die Siegel-Aufschrift Pfairrgemeinde 2018 bis 2020“, ergänzt sie.

Petra Söhnlein, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates für alle Nordstadtgemeinden, bekam davon Wind. Als Lehrerin an der Karl-Kreiner-Schule kannte sie das Thema „Fairtrade“ aus unterschiedlichen Aktionen mit Gisela Welbers, der Vorsitzenden der Neusser Eine-Welt-Initiative (Newi). Sie warb deshalb in den Ortsausschüssen des Gremiums dafür, das Engagement  auf Ebene der Kirchengemeinde zu verbreitern und traf überall nur auf Zustimmung.

Die Verleihung des Siegels wird wahrnehmbar Folgen in der Arbeit der Pfarren zeigen. Denn mit der Bewerbung um den Titel gingen die Gemeinden eine Selbstverpflichtungserklärung ein, die auch dokumentiert wird. Bei Bewirtungen und Festen, aber auch wenn die Caritas Altersjubilare der Gemeinde zum Geburtstag beschenkt sollen fair gehandelte Produkte gewählt werden, sagt Söhnlein. Dazu sollen auch die Pächter in den Gemeindezentren – für Thomas-Morus wird derzeit ein Gastronom gesucht – angehalten werden, ergänzt Pfarrer Hans Günther Korr.

Die Selbstverpflichtung geht aber noch weiter. Veranstaltungen zur Förderungen des Fairen Handels – etwa im Rahmen der Sonntag beginnenden „Fairen Woche“ – werden ebenso zugesagt wie die Unterstützung katholischer Hilfswerke. Papier, aber auch Energie und Wasser sollen aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes gespart und  Aktionen wie das Autofasten aktiv begleitet werden. Zudem bekennen sich die Gemeinden zu einer fairen Grundhaltung und einem wertschätzenden Miteinander. Das, sagt Söhnlein, solle die Gesprächskultur in den Gremiensitzungen prägen.

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