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Neuss: Sechs Streifen für die A 57

Neuss : Sechs Streifen für die A 57

Der Ausbau der Autobahn 57 macht Fortschritte. Mit den am Dienstag begonnen Arbeiten auf dem Abschnitt zwischen den Kreuzen Kaarst und Neuss-West wird das letzte Teilstück auf Neusser Boden sechsspurig.

Fahnen knatterten im Wind und die Sonne lachte, als gestern viel politische Prominenz den ersten Spatenstich zu einem Großvorhaben tat, das die A 57 zwischen den Kreuzen Kaarst und Neuss-West auf Jahre zu einer Baustelle machen wird. Das Ziel: Bis Ende 2013 soll dieser sechs Kilometer lange Abschnitt auf drei Fahrspuren in jede Richtung verbreitert werden. Kostenaufwand: 66,85 Millionen Euro. Mit Fertigstellung dieses Abschnittes ist die Autobahn zwischen den Kreuzen Meerbusch (Verknüpfung mit der A 44) und Neuss-Süd (Verknüpfung mit der A 46) durchgängig sechsspurig ausgebaut. Denn die Verbreiterung zwischen den Anschlussstellen Neuss-Norf und dem Kreuz Neuss-Süd, die bereits läuft, soll schon 2011 abgeschlossen werden, wie Winfried Pudenz hervorhob, der Hauptgeschäftsführer des Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Bis die Autofahrer die Baustelle richtig wahrnehmen werden, wird — von Ausnahmen abgesehen — Sommer 2010 werden. Denn begonnen wird mit den insgesamt acht Brückenbauwerken, die abgerissen und für die breitere Magistrale mit größerer Spannweite neu aufgebaut werden müssen. Dazu werden jeweils vereinzelt Vollsperrungen angeordnet werden müssen.

Der Anfang wird mit dem Überwurf Holzbüttgener Weg in Höhe der Morgensternsheide und der Unterführung der Straße Bauerbahn gemacht. Beide spielen strategisch keine Rolle, wie Johannes de Mülder erklärt, der als Projektleiter die Bauausführung verantwortet. Aber man könne so die Zeit nutzen "bis es richtig losgeht." Der Holzbüttgener Weg, eine beliebte Schleichstrecke, ist dafür seit gestern für Autos gesperrt. Für Radfahrer und Fußgänger wird es allerdings auch während der Bauzeit eine provisorische Brücke geben. Wenn im nächsten Sommer mit der Fahrbahnverbreiterung in Richtung Krefeld die Bauarbeiten an der Strecke beginnen, sollen beide Brückenbauwerke fertig sein.

Seit 1996 wird die A 57 im Auftrag des Bundes ertüchtigt. In diesem Zusammenhang verschwand zum Beispiel die besonders stauträchtige Neusser "Trompete" im Bereich des heutigen Abzweigs Hafen. Seit 2004 wiederum beschäftigt vor allem der sechsspurige Ausbau der Strecke zwischen Kamp-Lintfort und Köln den Landesbetrieb. Zur Aufweitung der Autobahn auf dieser 60 Kilometer langen Strecke werden rund 390 Millionen Euro aufgewendet.

Dass dieser Betrag sinnvoll investiert wird, wurde gestern mehrfach betont. Winfried Pudenz stellte heraus, dass "die Kapazitäten dieser europäischen Verkehrsachse zwischen Köln und den Niederlanden verbessert" werden. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, wies auf die steigende Belastung der Straße hin. Rollen heute täglich rund 100 000 Fahrzeuge auf der Autobahn an Neuss vorbei, so werden es in zehn Jahren Schätzungen zufolge schon 115 000 sein. Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper wiederum betonte: "Wir brauchen den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, denn Mobilität ist die Voraussetzung für viele Arbeitsplätze". Als Meerbuscher hatte der Minister aber auch noch eine andere, ganz persönliche Sicht auf diese Maßnahme: "Die A 57 ist die Straße, wo ich in meinem Leben am längsten in einem Stau gestanden habe." Das soll dann vorbei sein.

(RP)