Neuss: Schwitzen neben Fußballprofis

Neuss : Schwitzen neben Fußballprofis

Die Neusser Medicoreha zieht eine positive Bilanz über ihre Rehabilitationseinrichtung im Borussia-Stadion . Die sportmedizinische Versorgung der Spieler schafft Synergien bei der Behandlung anderer Patienten.

Mönchengladbach/Neuss Auf dem Laufband schwitzt Oliver Neuville. Er macht seine Übungen neben ganz normalen Menschen wie Lieschen Müller oder Otto Normalverbraucher, die sich an den anderen Trainingsgeräten im Sinne ihrer Gesundheit mühen.

Dass sie dabei einen Blick auf Fußballgrößen wie Neuville erhaschen können, ist bei der Medicoreha im Borussia-Stadion in Mönchengladbach irgendwie nichts Aufregendes. Der Grund hierfür liegt an der beim Neubau des Stadions bewusst gewählten Nähe der Therapieeinrichtung zur Sportstätte. Geschäftsführer Dieter Welsink spricht gern von "Verzahnung". Die Jungs machen sich unweit der Trainingsplätze fit, das spart Zeit und schafft Synergien.

Seit zwei Jahren ist Welsink mit der Medicoreha, die ihren Hauptsitz in Neuss hat, im Nordpark Mönchengladbach vertreten. In Rheydt und Dormagen bestehen Dependancen - demnächst kommt noch ein spezielles Angebot für ältere Menschen im Gesundheitszentrum Rommerskirchen hinzu. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 200 Mitarbeiter - davon 20 in Gladbach.

Für den ehemaligen Leistungssportler Welsink (er wurde 1979 Kanuweltmeister) ist dieser Sprung an die Seite von Borussia eine Erfolgsgeschichte - um so mehr schmerzt da die derzeitige Malaise der Gladbacher Kicker. Doch dies nur am Rande. "Erklärtes Ziel war von Beginn an, die Versorgung der Jugendmannschaften zu optimieren", sagt Welsink.

Der Nachwuchs sei bereits früh sehr hohen Trainings- und Spielbelastungen ausgesetzt. Die Gefahr von Fehlentwicklungen sei groß; auffällig sei zudem, dass immer früher schwere Verletzungen auftreten, was wohl dem Leistungsdruck geschuldet sei.

Frederik Ramm als therapeutischer Leiter der Einrichtung weiß, dass hier rechtzeitig gegengesteuert werden muss. Die Gladbacher Fußballjugend zählt rund 200 Köpfe. Hinzu kommt die Lizenzmannschaft, für die eigene Therapeuten permanent zur Verfügung stehen.

Der Vorteil, in Sichtweite des Spielfeldes und der Mannschaften therapiert zu werden, liegt laut Welsink auf der Hand: "Die Spieler bleiben integriert." Ohnehin sind diese bei ihren Aktivitäten immer unter Beobachtung - bis hinunter zur C-Jugend. Darauf legt nicht zuletzt Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers Wert

Die Kooperation mit Borussia ist ein Joint Venture. Davon profitieren im Endeffekt eben auch die ganz normalen Patienten, indem Behandlungskonzepte, die im Leistungssport eingesetzt werden, auch auf sie angewendet werden. Welsink nennt es die "Integrierte Versorgung Traumatologie", die durch ein Netzwerk zwischen 45 Ärzten und drei Krankenhäusern sowie vertraglichen Abmachungen mit AOK, Barmer und IKK ermöglicht werde.

(NGZ)
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