Neuss: Schulstart im Provisorium

Neuss : Schulstart im Provisorium

In einer Sondersitzung des Schulausschusses geht es heute einmal mehr um die PCB-Belastung an der Dreikönigenschule. Die Schule selbst richtete sich am BBZ provisorisch ein und versucht, Normalität zu leben.

Eine Woche später als die übrigen Kinder ihres Jahrganges wurden gestern 48 Erstklässler an der Dreikönigen-Grundschule eingeschult. Mit ökumenischem Gottesdienst, Willkommens-Liedern der älteren Schülern und einem Fototermin. Eigentlich war alles wie immer. Und doch wird dieser Jahrgang zumindest Schulgeschichte schreiben, denn diese i-Dötzchen erlebten ihren ersten Schultag im Berufs-Bildungszentrum (BBZ) des Rhein-Kreises im Hammfeld. Das hatte bei ihrer Anmeldung niemand ahnen können.

Grund für den kurzfristig erfolgten Umzug der Grundschule von der Weberstraße ins Hammfeld war die Tatsache, dass die Anfang Juli im Schulausschuss vorgestellte Sofortmaßnahme zur Eindämmung der PCB-Belastung in der Schule nicht den erwarteten Effekt hat. "Nachdem die Verwaltung zu lange mit einer PCB-Sanierung gezögert hatte, hat sie jetzt richtig und schnell gehandelt", bewertet Stephanie Wellens die Anfang August eingeleitete Ausquartierung.

Die CDU-Stadtverordnete wird heute eine weitere Sondersitzung des Schulausschusses zum Thema Dreikönigenschule leiten. Dabei möchte Wellens an dem im Juli gefassten Beschluss zur Dreikönigenschule festhalten. Demnach soll im Herbst entschieden werden, ob Sanierung oder aber Abriss und Neubau der Schule wirtschaftlicher sind. Spätestens 2014 soll mit der Umsetzung begonnen werden.

Die SPD, die diese Sitzung gefordert hat, will die heutige Sitzung vor allem nutzen, um Klarheit beim Thema PCB zu bekommen. So möchte Gisela Hohlmann, die schulpolitische Sprecherin, erfahren, welche Konsequenzen die Verwaltung auch aus der Erkenntnis zieht, dass die Versiegelung mit Folie gescheitert ist. Denn:"Die wurde auch woanders eingebaut."

Während die politische Auseinandersetzung weitergeht, richtet sich die Schule im Provisorium am BBZ ein. Das bekam gestern von den Eltern gute Noten — auch wenn es nur die zweitbeste Lösung ist. "Wir wohnen eigentlich ziemlich zentral, und jetzt muss unser Sohn doch Bus fahren", spricht Melanie Albrecht aus, was viele Eltern bewegt. Die Sorge, dass aus dem Nebeneinander von Grundschülern und Berufsschülern Konflikte entstehen könnten, wurde den Eltern gestern genommen. "Wir haben versetzte Pausenzeiten, damit Groß und Klein sich nicht in die Quere kommen", erklärt Schulleiter Bernhard Pick. Er richtet sich auf mindestens zwei Jahre im BBZ ein und möchte viele Eltern motivieren, ihre Kinder auch im kommenden jahr an der Dreikönigenschule anzumelden und diese so sichern zu helfen. Deshalb hofft er, "dass wir unser Schulleben auch unter diesen Komplikationen lebendig gestalten." Ein Anfang ist gemacht: Mit einem Tag der offenen Tür am 8. September geht es weiter.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE