Neuss: Schulleiter Neumann verlässt das "Nelly"

Neuss : Schulleiter Neumann verlässt das "Nelly"

Insgesamt 37 Jahre war Manfred Neumann im Schuldienst tätig. In den vergangenen sieben Jahren leitete er das Nelly-Sachs-Gymnasium. Morgen ist sein letzter Schultag. Überzeugt sagt er: "Einmal Nellyaner, immer Nellyaner."

Einerseits habe er ihn herbeigesehnt, andererseits auch ein bisschen gefürchtet - seinen letzten Tag am geliebten "Nelly": Oberstudiendirektor Manfred Neumann, seit 2011 Schulleiter am Nelly-Sachs-Gymnasium, wird morgen mit einer großen Abschiedsfeier aus dem Schuldienst entlassen. "Es fühlt sich gut an, aber ein bisschen sentimental bin ich schon, da mein Herz sehr an der Schule hängt", gesteht der 63-Jährige. Die Entscheidung, seinen Leitungsposten an dem Gymnasium im Dreikönigenviertel, das aktuell rund 950 Schüler besuchen, zu räumen, habe er nach reiflicher Überlegung getroffen. "Meiner Gesundheit zuliebe."

Geboren wurde Manfred Neumann in Hagen. Nach dem Lehramtsstudium in Französisch, Russisch und evangelischer Theologie lehrte er unter anderem am Neusser Theodor-Schwann-Gymnasium, in Brilon im Sauerland und 17 Jahre lang am Schloss-Gymnasium in Düsseldorf-Benrath. Im Schuljahr 2007/08 wurde er stellvertretender Schulleiter am Kaarster Albert-Einstein-Gymnasium. "2011 bekam ich dann endlich die Chance, das Nelly zu leiten - das war immer mein Wunsch", erzählt er. "Was ich wohl am meisten vermissen werde, sind die Schüler und der Unterricht. In den gesamten 37 Jahren als Lehrer habe ich keine Schulstunde erlebt, aus der ich nichts gelernt habe."

Am "Nelly Sachs" war ein erstes Großprojekt bereits vorgegeben - durch die Umstellung auf G8 musste 2013 ein Doppel-Jahrgang zum Abitur geführt werden. "Jetzt geht es wahrscheinlich wieder zurück zu G9 - auch das wird sehr spannend", bemerkt der Schulleiter. Zwar habe G8 gezeigt, dass ein bestimmtes Leistungsniveau möglich sei. Mit G9 bleibe jedoch auf gleichem Niveau Zeit für die Entwicklung der Persönlichkeit. "Daher ist das eine gute Wendung."

Weiterer Höhepunkt seiner Schulleiterlaufbahn: Das 60-jährige Bestehen des "Nelly" im Sommer 2017. "Alle bisherigen Schulleiter waren anwesend", berichtet Neumann. Im Jahr 2015 stand eine große, mit viel Mühe vorbereitete Qualitätsanalyse an. "Das Ergebnis: Das Nelly ist eine gute Schule - das macht uns alle stolz." Überhaupt lebe jeder, der das "Nelly" einmal als Schüler oder Lehrer besucht habe, den "Geist" der Schule. "Das bedeutet: Toleranz, Respekt, Wertschätzung, Weltoffenheit und Lebensfreude - jeder, der zu Besuch kommt, empfindet unsere Schüler als freundlich", fasst der Schulleiter zusammen. Und wer diesen Geist einmal gelebt habe, den lasse er niemals mehr los, glaubt er. "Einmal Nellyaner, immer Nellyaner. Eltern, die hier zur Schule gegangen sind, schicken ihre Kinder in der Regel auch wieder aufs Nelly."

Wenn Neumann morgen seinen Posten räumt, steht seine Nachfolgerin bereit: Ab 1. Februar übernimmt Isabelle Defort (41), seit Januar 2016 Konrektorin am Nelly-Sachs, die Leitung der Schule. Manfred Neumann hat jetzt andere Pläne - die Lavendelfelder auf der Einladung zur Verabschiedung lassen es erahnen. Er will viel reisen - zum Beispiel nach Südfrankreich.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE