Neuss: Schulcontainer: Sanierung nicht vor 2016

Neuss : Schulcontainer: Sanierung nicht vor 2016

Zwei Bewertungen der provisorischen Unterrichtscontainer an Neusser Schulen liegen schon vor. Nun wartet die Stadtverwaltung eine dritte, externe Begehung ab, bevor sie eine Handlungsliste vorlegt.

Der Zustand der Klassencontainer an der Karl-Kreiner-Schule mit Pilzwuchs und schlechter Dämmung hatte bereits vor anderthalb Jahren zu einem Aufschrei von Lehrern und Eltern geführt. Trotzdem besteht immer noch keine Klarheit darüber, wie schlecht die provisorischen Unterrichtsräume tatsächlich sind. Denn eine Bewertung durch das städtische Gebäudemanagement hatte im Dezember zum Erstaunen vieler die Note "befriedigend" ergeben. Und eine jetzt vorgelegte Umfrage unter Lehrern zu den Schulcontainern listet zwar Beschwerden auf. Diese sind aber nicht zu den einzelnen Standorten zugeordnet - um die Schulen nicht in Misskredit zu bringen, wie die Schulverwaltung erklärt.

"Damit ist die Vorlage nur begrenzt erkenntnisbringend", sagt Gisela Hohlmann (SPD), die Vorsitzende des Schulausschusses. Die SPD hatte die ergänzende Umfrage unter den Schulen angestoßen. Den Lehrern war jedoch kein Fragebogen zum Ankreuzen vorgelegt worden, sie konnten vielmehr freihändig Kritik äußern. Ähnliche Antworten wurden nicht zusammengefasst. So entstand eine Liste mit vielen Einzelmeinungen. "Man sieht aber, dass sich Aussagen ergänzen und in den Containern zum Beispiel verstärkte Unruhe herrscht."

Das bestätigt Maria Meyen. Die Leiterin der Pestalozzischule in Grimlinghausen ist im Sprecherrat der Neusser Schulen. "Wir haben auf unserem Schulgelände drei Containeranlagen, von denen zwei älter als 40 Jahre sind", berichtet sie. Vor mehr als zwei Jahren seien "Lüftungsampeln" in den provisorischen Klassenzimmern angebracht worden. Wenn sie auf Rot springen, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. "Dann muss stoßgelüftet werden, bis sie wieder auf Grün umspringen. Das passiert bis zu sechs Mal pro Unterrichtsstunde", sagt Meyen. Jedes Mal wieder eine Störung. "Ein normaler Unterricht ist unter diesen Umständen nicht möglich."

Um eine Prioritätenliste für die Sanierung der 25 Schulcontainer in Neuss erstellen zu können, wird nun eine dritte Untersuchung abgewartet. "Zurzeit begehen externe Gutachter sowohl die Pavillons, als auch die festen Schulgebäude und listen Mängel nach Gefahr, Funktion und Ästhetik auf", berichtet Schuldezernentin Christiane Zangs.

Haben die Experten ihre Bewertungen abgegeben, werde ihre Meinung mit der des Gebäudemanagements und der Lehrer verglichen und danach die Reihenfolge für einen möglichen Handlungsbedarf ermittelt. Diese Prioritätenliste werde den Schulpolitikern in der Septembersitzung vorgelegt. Eigentlich war eine solche Übersicht schon für dieses Frühjahr angekündigt.

"Damit wird sich frühestens im nächsten Jahr etwas an den Schulen verbessern", ärgert sich Gisela Hohlmann. Stephanie Wellens (CDU) hat jedoch Verständnis für die Verzögerung. "Das Gebäudemanagement ist knapp besetzt", sagt sie. "Die Planung für die Standorte der Flüchtlingsunterkünfte ist dazwischengekommen. Dann bringen wir es eben im Herbst auf den Weg."

(NGZ)