Schützenfest in Neuss Neuss ist zurück im Glück

Neuss · Das Neusser Bürgerschützenfest ist zurück. Nach einer dreijährigen Pause aufgrund von Corona gelingt am Sonntag eine Königsparade der vielen Premieren.

Schützenfest Neuss 2023: Die Königsparade am Sonntag - Fotos
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So schön war die Königsparade 2023

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Foto: Andreas Woitschützke

Blauer Himmel, Sonnenschein, 24 Grad, leichter Nordwind, dazu 10.000 heiter gestimmte Zuschauer auf dem voll besetzten Markt: ideale Rahmenbedingungen für die erste Parade seit 2019. Nach 1096 Tagen des coronabedingten Wartens wird der Schützentraum wahr und führt eine ganze Stadt zurück ins Schützenglück. „Ich habe die Stadt an Schützenfesttagen noch nie so voll erlebt“, sagt Thomas Nickel. Der Ehrenpräsident, der am Sonntag seinen 75. Geburtstag auf dem Markt feierte, weiß, wovon er spricht, denn er stand 17 Jahre an der Spitze des Neusser Bürger-Schützen-Vereins.

Endlich wieder Schützenfest! Alles scheint wie gewohnt. Aufbau auf dem Markt, Ablauf der Parade, mit mehr als 7600 Schützen und Musikern wird die Regimentsstärke (fast) auf dem Niveau von 2019 (7719) gehalten. Doch nach so langer Pause muss sich selbst Altgewohntes wieder einspielen. „Viele Kleinigkeiten, die Routine waren, müssen neu eingeübt werden“, sagt Mario Meyen, der Vizepräsident. So war die Deutschland-Fahne nach drei Jahren im Magazin verklebt, als sie zur Nationalhymne gehisst werden sollte. Auch die Fahnenstange war noch auf halbmast eingestellt. Doch mit einigen Minuten Verspätung flatterte Schwarz-Rot-Gold wie vorgesehen im Wind – wenn da auch die Hymne längst beendet war.

Einen besonders emotionalen Schützentraum erlebten alle, die am Sonntag ihre persönliche Premiere hatten. Allen voran Oberst Bernd Herten, dem Präsident Martin Flecken bescheinigte, eine „grandiose Parade“ geleitet zu haben. Markus Longerich, neu im Komitee, staunte: „Fantastisch. Ich habe nicht geglaubt, dass unsere Parade so abwechslungsreich ist.“ Die Einmaligen Ehrengäste stimmten in das Loblied ein. Johannes Werle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinischen Post Mediengruppe, und der Kölner Dompropst Msgr. Guido Assmann widersprachen nicht, als der Vizepräsident der deutschen Malteser Hilfsdienste, Albrecht Prinz von Croÿ, bekannte: „Ich bin begeistert!“ Vor der Königsparade trug sich das Trio auf Einladung von Bürgermeister Breuer ins Goldene Buch der Stadt ein.

Zu denen, die eine Premiere auf dem Markt feierten, gehörte auch Benno Jakubassa. Der langjährige Neusser SPD-Chef, ebenso lang der Gilde verbunden, führte überraschend die Fahnengruppe des Korps an. Eine Premiere der besonderen Art legte der Zug „Fein Raus“ mit Oberleutnant Tim Berning hin: Er paradierte mit Mundschutz. „Allen Zügen wurde frei gestellt, auch mit Maske zu marschieren“, sagte Schützenlust-Major André Uhr und fügte augenzwinkernd hinzu: „Also kann man das auch so machen.“

Premieren auch bei den Besuchern im Rathaus. Für so manchen (Kommunal-)Politiker war’s der erste offizielle Kontakt mit dem Schützenfest. Landtagsabgeordneter Simon Rock kam mit grün-weißer Krawatte, Erste Stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Benary (beide Bündnis 90/Die Grünen) mit schauprächtigem Hut und die Erste Stellvertretende Landrätin Katharina Reinhold (CDU) genoss sichtlich das festliche Geschehen, das zugleich eine Generalprobe war: In zwölf Monaten wird 200 Jahre Neusser Bürger-Schützenfest gefeiert.

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