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Neuss: Schützenfenster nachgestellt

Neuss : Schützenfenster nachgestellt

Das "meistbeachtete Fenster von Neuss" haben am Samstag etliche Heimatverbundene für ein Foto nachgestellt. Sie folgten einem Aufruf der NGZ, die das Kunstwerk aus dem Schützenmuseum an der Wetthalle nachstellen ließ.

Barbara Wierig wollte unbedingt dabei sein. Um vier Uhr morgens las sie in der Zeitung von der Idee, das Schützenfenster für ein Foto nachzustellen, zwei Stunden später warf sie ihre Bewerbung an der Moselstraße in den Briefkasten der NGZ. "Ich dachte mir: Wenn Du da nicht dabei bist, hast du selber Schuld", sagte die 60-Jährige am Samstag.

Mit 14 anderen stellte Wierig das Schützenfenster aus dem Haus Rottels vor der Wetthalle für ein Foto nach. NGZ-Kulturredakteurin Helga Bittner hatte die Idee für die Fotografie nach dem Vorbild des im vergangenen Jahr überreichten Kunstwerks. Sie dirigierte daher auch die Akteure und teilte ein, wer wo zu stehen habe.

Tobias Schmalkoke etwa stand als Köbes mit gut gefülltem Alt-Biertablett auf der rechten Seite des Fotos. Die Getränke hatte Wunderbar-Chef Werner Galka bereit gestellt. Sie waren nicht nur für das Foto, sondern hinterher auch für die Akteure bestimmt.

Hönes Gustav Herz (Jägerzug "Treu zur Vaterstadt), Sebastian Ley (Schützenlustzug "Nüssknacker"), NGZ-Redakteur Christoph-Kleinau (Grenadierzug "Quiri'Nüsser) und Redaktionsleiter Ludger Baten (Grenadierzug "Schöttelplacks") erschienen in voller Schützen-Uniform.

Den Hintergrund war etwas stärker besetzt ist, als auf dem gläsernen Original. Außerdem standen alle mit dem Gesicht zur Kamera. "Das ist die künstlerische Freiheit des Fotografen", sagte Bittner. Künstler Heribert Münch, der das Schützenfenster entworfen hat, zeigte sich zufrieden. "Ich fand dieses Living Picture eine witzige Geschichte", sagte er. Ihm sei bei seinen Arbeiten die Stimmung besonders wichtig. "Und die hat hier heute einfach gestimmt."

Das fand auch Familie Plath. Anna (3), Antje (30) und Willy (33) hatten sichtlich Spaß an der Aktion. "Wir fanden das sofort eine lustige und schöne Idee", sagte Willy Plath. "Wir hätten gar nicht damit gerechnet, mitmachen zu dürfen." Das Schützenfest spielt in der Familie eine große Rolle. Plath ist Fahnenoffizier in der Holzheimer Schützenlust und war fünf Jahre in der Neusser Gilde. Das sei dann mit Familie zu viel geworden.

Auch für Reinhard (57) und Uschi (55) Ebert spielt das Schützenfest eine große Rolle. Ihr Bruder Christian Hellendahl war einst Schützenkönig. Erst die Familie hat ihren Ehemann zum Schützenfest gebracht. Auch in Gerti Seggers Leben hat das Schützenfest immer eine wichtige Rolle gespielt — ihr verstorbener Mann war Jäger. "Ich habe das Schützenfenster schon mehrmals im Haus Rottels gesehen und freue mich, das nachstellen zu dürfen", sagte Seggers.

Info Das Foto erscheint in der Schützenfestbeilage der NGZ am 24. August.

(NGZ)