Vereinbarung für Neuss Schützenantrag: CDU wirft Grünen Erpressung vor

Neuss · Vor fünf Jahren haben Stadt und Bürgerschützen eine Vereinbarung geschlossen. Weil es in der „Frauenfrage“ nach Ansicht der Grünen keinen Fortchritt gibt, wollen sie den Vertrag kündigen. Das geht der CDU viel zu weit.

Bei der ersten Kinderparade zum Neusser Schützenfest sind wie selbstverständlich auch Mädchen mitgezogen. Das wollen die Grünen für alle ereichen.

Bei der ersten Kinderparade zum Neusser Schützenfest sind wie selbstverständlich auch Mädchen mitgezogen. Das wollen die Grünen für alle ereichen.

Foto: Andreas Woitschützke

Die CDU übt harsche Kritik an den Grünen und wirft ihnen sogar Erpressung vor. Sie sieht in dem Ratsantrag der Bündnisgrünen, der zur Aufkündigung der Vereinbarung zwischen Stadt und Neusser Bürgerschützen führen soll, den Versuch, bevormundend alles zu verbieten, so der CDU-Parteivorsitzende Jan Philipp Büchler und der Fraktionsvorsitzende Sven Schümann, „was nicht ihren Vorstellungen entspricht“. Die Grünen beantragen, Verhandlungen über eine neue Vereinbarung und damit auch die Höhe städtischer Leistungen für das Schützenfest erst dann wieder aufzunehmen, wenn die Schützen eine förderwürdige Satzung vorgelegt haben, die „die gleichberechtigte Mitgliedschaft aller Bürgerinnen und Bürger vollumfänglich gewährleistet“. Diese Vorgehensweise geht der CDU viel zu weit. Ob und wie Frauen Teil des Bürgerschützenvereins sein sollen, liege in der Entscheidungshoheit der Schützen, stellen sie klar. „Was auch immer die Mitglieder des Neusser Bürger-Schützen-Vereins entscheiden werden, kann man gut oder schlecht finden“, meinen Büchler und Schümann. „Die Politik ist aber gut beraten, dieses demokratische Votum des Vereins zu akzeptieren.“ Alles andere sei respektlos. Nachdem sich die SPD als Alt-Kooperationspartner der Grünen von deren Antrag schon distanziert hat, besteht mit der klaren Positionierung der CDU keinerlei Aussicht, dass der Grünen-Vorstoß im Rat eine Mehrheit findet.

(-nau)