Neuss: Schützen wollen sich gegen weitere Auflagen wehren

Neuss : Schützen wollen sich gegen weitere Auflagen wehren

Unter dem Eindruck des Sturms "Ela", der Pfingstmontag das Further Schützenzelt zerstört hatte, werden die Sicherheitskonzepte für das Neusser Schützenfest jetzt auch "auf Unwetterereignisse abgeklopft und gegebenenfalls geändert". Das kündigte Schützenpräsident Thomas Nickel am Samstag bei der Versammlung der Bürger und Bürgersöhne an.

Er pflichtete aber auch Bürgermeister Herbert Napp bei, der sich deutlich gegen die Bedenkenträger, wie er sie nannte, wandte, für die der Sturm ein Anlass sei, neue Bedenken vorzutragen. "Jetzt reicht es", sagte Napp. Er sei einverstanden, dass aus Sicherheitsgründen der Weg des Wackelzuges geändert wird, will aber Versuchen, weiteren Einschränkungen die Stirn zu bieten: "Dagegen sollten wir uns wehren."

Bevor sich Napp als Verwaltungschef derart deutlich äußerte, durfte er den Beschluss der 177. Bürgerversammlung zur Kenntnis nehmen. Einstimmig, so konnte Nickel zu Protokoll geben, hatten die mehr als 400 Männer in der Stadthalle mit ihrem Ruf "Zog-Zog" beschlossen, das der Neusser Bürger-Schützen-Verein auch im 191. Jahr seines Bestehens vom 30. August bis 2. September das große vaterstädtische Fest ausrichtet. Gemeinsam mit Oberst Heiner Sandmann konnten Napp und Nickel das Festplakat präsentieren, das - das Komitee hatte den Saal noch nicht verlassen - von einem Souvenirjäger schon "gemopst" wurde. Dabei gibt es die Plakate auch im Schützenbüro, wo ab sofort die Aktivenkarten ausgegeben werden. Und das kostenlos.

Nickel hatte in seiner Rede nachdenkliche Töne angeschlagen und an das Jahr 1914 erinnert, als in die Zog-Zog-Versammlung die Nachricht von der Generalmobilmachung getragen wurde und das Schützenfest dem am 1. August ausbrechenden Ersten Weltkrieg zum Opfer fiel: "Viele, die ein Holzgewehr tragen wollten, schossen scharf", sagte Nickel, der sich wünschte, dass "kein Schütze des Jahres 2014 jemals in einem Krieg sein Leben lassen muss."

Für große Heiterkeit im Saal sorgte danach Mario Meyen, der für das Komitee die Festrede hielt. "Zugabe"-Rufe der Schützen waren der Dank für seinen Insiderbericht über "die Gefahren des Schützenfestes und die Fallen am Zugweg", dem Nickel das Lob wert waren: "Du bist ein wirklicher Frauenkenner."

(NGZ)
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