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Neuss: Schützen in "Neusser Ecken"

Neuss : Schützen in "Neusser Ecken"

Die Themen-Tour führt am Samstag durch rund 600 Jahre Schützengeschichte: Von der Gründung der St.-Sebastianus-Bruderschaft 1415 bis zur Verschönerung des Markplatzes in den vergangenen Jahren.

Die Aktiv-Tour "Neusser Ecken" der NGZ und Neuss Marketing steht diesen Samstag schon im Zeichen des Schützenfestes. Dabei führen Britta Spies und Christian Frommert die Teilnehmer rund 600 Jahre rückwärts durch die Zeit. Selbst altgedienten Schützen konnten die Volkskundlerin und der Historiker vom Schützenmuseum schon manch Neues über das bedeutendste Fest im Neusser Jahreskalender erzählen.

Die Schützen (oben) haben die Stadt mitgeprägt: Das Schützenmuseum bekam den Ausleger (links) von Horst Dvorak als Königsgeschenk, der Markt die Plakette "Augen rechts" von Mario Meyen 2007 (hier mit Herbert Napp, li.). Foto: woi

Die "Zeitreise" zwischen Marktplatz und Museum beleuchtet nun rund 600 Jahre Schützengeschichte — die man auch im Foto festhalten kann. Nach einer passenden Einstimmung durch das Schützenglockenspiel am Vogthaus geht es zum Markt. Der ist nicht nur Schauplatz der Parade und damit des Höhepunktes des Schützenfestes. Vielmehr wurde er in den vergangenen Jahren von den Schützen "möbliert", wie Museumsleiterin Britta Spies lächelnd formuliert. Hier finden sich entdeckenswerte Kunst- und Erinnerungsobjekte.

Foto: Woitschützke, Andreas

Diese Entwicklung läutete vor 40 Jahren Dr. Heinz Günther Hüsch ein, der als Schützenkönig 1971/72 bedauerte, dass im öffentlichen Raum jeglicher Hinweis auf die "Schützenstadt" Neuss fehle. Die von ihm gestiftete Bronzeplatte, die an der Außenwand des Zeughauses angebracht wurde, zeigt eine Schützenfestszene und gibt die ersten Textzeilen des beliebten Liedes "Wenn die Ernte ist vorüber ..." ("Kirmes, Kirmes") wieder. Seinem Beispiel folgten spätere Majestäten, wie Franz Josef Badort 2002 mit der Skulptur "Stadtwächter" von Anatol Herzfeld, die ihren Platz im Rathaus-Innenhof fand, oder Karl Theo Reinhardt 2007 mit der Königsstele in der Krämerstraße.

Die Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung verweisen auch zu den Anfängen der Schützengeschichte. So berufen sich die Neusser Scheibenschützen auf die 1415 gegründete St. Sebastianus-Bruderschaft, die damals allerdings hauptsächlich religiös motiviert war. Erst Jahrhunderte später entwickelte sich vielerorts das bürgerliche Schützenfest, wie es bis heute gefeiert wird. "Das war ab 1823 in Neuss ein durchschlagender Erfolg", sagt Frommert.

Auf dem Weg zum Obertor können sich die Teilnehmer mit köstlichen "Neusser Ecken" der Konditorei Wegel stärken, bei einem Zwischenstopp im Schützenmuseum gibt es eine Erfrischung.

Noch bis Ende Oktober laden Neuss Marketing und NGZ alle zwei Wochen zu Aktiv-Touren ein. Begleitet wird die Reihe von einem Foto-Wettbewerb. Die Tour am 1. September richtet sich gezielt an Mädchen und Jungen zwischen sechs und zwölf Jahren (und gern auch ihre erwachsenen Begleiter), die Stadt aus Kinderperspektive zu entdecken und zu fotografieren.

(NGZ/rl)