Neuss: Schützen-Fenster für Neuss

Neuss : Schützen-Fenster für Neuss

Der Ehrengast des Neusser Bürgerschützenfestes, Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe RP, stiftet ein Fenster fürs Schützenmuseum. Der Entwurf stammt von Heribert Münch.

Historisch ist an diesem Fenster nichts. Mit schlichtem Industrieglas ist das Oberlicht über der zweiflügeligen Eingangstür vom Haus Rottels verkleidet, während der Bau an sich und erst recht sein Inhalt mit Schützenmuseum und Joseph-Lange-Archiv ein Stück historisches Neuss spiegeln. Aber mit Beginn der heißen Schützenfest-Phase wird auch das Fenster Zweck und Thema des Gebäudes dokumentieren — bunt, fröhlich, künstlerisch ein Unikat und in altmeisterlicher Handwerkskunst der Bleiverglasung gefertigt. Das Schützenmuseum bekommt nämlich ein Neusser Schützen-Fenster.

Die Initiative dazu geht von Karl Hans Arnold aus. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Mediengruppe RP, zu der auch die NGZ gehört, ist Ehrengast beim Neusser Schützenfest und nimmt die Einladung gern zum Anlass, den Schützen ein Geschenk zu machen. "Die NGZ ist ein Stück Heimat und den Menschen im Rhein-Kreis Neuss und ihrem Brauchtum in besonderer Weise verbunden", erklärt Karl Hans Arnold, "deshalb freut es mich aufrichtig, dass ich eingeladen bin, als Ehrengast am Neusser Schützenfest teilzunehmen."

Für Arnold wie für die Schützen ist die Auszeichnung zudem aus einem anderen Grund eine besondere. Zum ersten Mal in der Geschichte des Schützenfestes ist mit ihm die dritte Generation einer Familie als Ehrengast "op de Dag" vertreten. 1949 war es sein Großvater, der NRW-Ministerpräsident Karl Arnold, und 1992 sein Vater Gottfried Arnold, Herausgeber der Rheinischen Post und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Mediengruppe.

Mit dem Entwurf des Fensters wurde der Neusser Künstler Heribert Münch beauftragt. Er hat ein Glasfenster geschaffen, das den Grundgedanken des Schützenfestes symbolisiert — als Treffpunkt und Anlass zum Feiern mit der ganzen Familie, mit Freunden und Verwandten aller Generationen. "Das Bild soll keine fotografische Wiedergabe eines bestimmten Ortes sein", erklärt Münch, "sondern eine Collage von Szenen, wie sie beim Schützenfest überall in der Stadt anzutreffen sind." So erinnert eine Budenreihe an die "Rollmopsallee" der Kirmes, ein Zelt an jenes, wie es oft am Hamtorplatz steht, und die kleine Musikgruppe an Ecken in der Stadt, wo spontan gesungen wird. Nicht zuletzt sind es auch eigene Erinnerungen, die in das Bild eingeflossen sind. Natürlich fehlen auch Schützenfiguren nicht. Ob Leutnant oder einfacher Grenadier, Nüsser Rösken oder Höness — sie stehen für Tausende von Neussern, die im Schützenwesen engagiert sind.

"Münch hat seine vielfältigen Eindrücke des Festes in lebendigen Szenen rund um das Quirinus-Münster gruppiert und damit die Tradition der historischen Festplakate des 19. Jahrhunderts wiederbelebt", sagt der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung, Horst Thoren. Und auch Thomas Nickel, Präsident des Bürger-Schützen-Vereins, zeigt sich sehr angetan: "Mir gefällt am besten, dass Münch nicht nur Schützen darstellt, sondern Menschen aus der Stadt, die am Schützenfest teilhaben." Das Fenster sei für das Schützenmuseum eine "Bereicherung und Verschönerung" und präsentiere "ein buntes Bild — so, wie sich Neuss auch darstellt".

Auch NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten, seit 1993 aktiver Schütze, freut sich: "Die NGZ gehört wie das Schützenwesen zu Neuss. Auch diesen Dreiklang dokumentiert das sehenswerte Fenster."

(NGZ)
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