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Neuss: Schüsse im "Lukas" in Notwehr abgegeben

Neuss : Schüsse im "Lukas" in Notwehr abgegeben

Der Marokkaner, der am Mittwoch im Krankenhaus randalierte, wurde in die Psychiatrie verlegt. Daran, dass die Polizisten in Notwehr handelten, als sie auf den Patienten schossen, hat die Staatsanwaltschaft wenig Zweifel.

Der psychisch labile Marokkaner, der am Mittwochabend im Lukaskrankenhaus nur durch einen Schuss ins Bein von der Polizei gestoppt werden konnte, wurde gestern um Punkt 17 Uhr ins St.-Alexius/St.-Josef-Krankenhaus eingewiesen. Das ist das Ergebnis einer Krisenstabssitzung im Neusser Rathaus. Die Verlegung sei eine "auch medizinisch absolut vertretbare Lösung", sagt Dr. Nicolas Krämer, der Geschäftsführer des Lukaskrankenhauses. Eine Infektionsgefahr bestehe nicht, der Verdacht einer Tuberkulosebehandlung des Mannes habe sich zerschlagen. Und die Schussverletzung mache keinen Krankenhausaufenthalt nötig.

Der psychisch auffällige Mann sollte zunächst in eine Spezialklinik für Infektionskrankheiten bei Regensburg verlegt werden. Nun wird er im Fachkrankenhaus für Psychiatrie weiter behandelt. Noch war er nicht vernehmungsfähig, sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa. Man ermittle gegen den 33-Jährigen, der Krankenhausangestellte und Polizisten mit Scherben zerbrochener Glasflaschen bedroht hat, müsse aber noch klären, ob der Mann straffähig ist.

Daran, dass die Polizisten in Notwehr handelten, als sie auf den Patienten schossen, hat Kumpa wenig Zweifel. Er geht deshalb davon aus, dass die Untersuchungen, die nach einem solchen Vorfall angestellt werden müssen, in kein Ermittlungsverfahren münden. Die Polizisten seien keine Beschuldigten, stellte Kumpa klar.

(nau)