Neuss: Schüsse auf Polizei: SEK nimmt Belgier fest

Neuss: Schüsse auf Polizei: SEK nimmt Belgier fest

Ein mit internationalem Haftbefehl gesuchter 42-Jähriger wurde gestern in Rosellen überwältigt.

Um kurz nach vier Uhr klickten gestern früh die Handschellen: Widerstandslos ließ sich ein 42-jähriger Belgier von Spezialeinheiten der Polizei in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus festnehmen, wo er bei Verwandten untergekrochen war. Der Einsatz ging nicht geräuschlos über die Bühne, lockte aber auch keine Schaulustigen aus den Federn.

Der 42-Jährige war mit einem europäischen Haftbefehl gesucht worden. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Konkret soll er im Jahr 2012 in Belgien auf einen Polizisten geschossen und ihn verletzt haben. Zudem ist der Mann in seinem Heimatland nach Angaben der Polizei aufgrund von Verstößen gegen das belgische Waffengesetz verurteilt worden.

Bei dem Haftbefehl handelt es sich um einen Haftbefehl zur Vollstreckung, erklärte Polizeisprecherin Diane Drawe. Der Mann wurde auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gestern dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Der nahm den Mann nicht in Untersuchungs-, sondern in Abschiebehaft.

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Hintergrund der Suche ist die Tatsache, dass der 42-Jährige noch eine Reststrafe im Gefängnis abzusitzen hat. Warum die Haft ausgesetzt wurde, geht aus dem Haftbefehl nicht hervor. Vorstellbar wäre, dass der Mann aus dem Gefängnis entkommen konnte, genauso wahrscheinlich könnte aber auch sein, dass die Verbüßung der Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde und der Belgier schlicht gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat.

Großen Anteil am Fahndungserfolg hatte die Kriminalpolizei Neuss, die Hinweise auf den aktuellen Aufenthaltsort des Mannes lieferte. Die Festnahme selbst übernahmen dann Spezialisten vom SEK.

Vor genau vier Wochen hatte es schon einmal einen SEK-Einsatz in einem Mehrfamilienhaus in Rosellerheide gegeben, bei dem am Ende auch ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen sichergestellt worden war. Beide Fälle hätten aber nichts miteinander zu tun, betont die Polizeisprecherin. Im aktuellen Fall war der Tatort in Belgien, damals hätten die Ermittlungen im Zusammenhang mit einer Tat in Spanien gestanden.

(-nau)
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