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Neuss: Schülerin missbraucht: Lehrer verurteilt

Neuss : Schülerin missbraucht: Lehrer verurteilt

Das Amtsgericht Düsseldorf hat Dienstag einen ehemaligen Lehrer des Marienberg-Gymnasiums wegen des sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten verurteilt.

Das Besondere an diesem Strafmaß ist, dass der Angeklagte die Bewährungsauflage erhielt, sich vier Jahre lang in keiner Form dem Opfer nähern zu dürfen. Der Fall hatte vor zwei Jahren für Aufsehen gesorgt: Der Pädagoge soll in der Zeit zwischen September 2007 und Januar 2009 mit der damals minderjährigen Schülerin ein Verhältnis angefangen haben.

Als die heute 20-Jährige die Beziehung beenden wollte, gab Harald A. (Name von der Red. geändert) keine Ruhe. Er stellte der Schülerin, die zu der Zeit eine persönlich schwierige Zeit durchlebte und ihren Lehrer um Rat gefragt hatte, nach. Vor allem im Internet. Der heute 48-Jährige nutzte das Forum von „studiVZ“, um immer wieder Kontakt mit dem 17-jährigen Mädchen aufzunehmen und es bei Treffen auch sexuell zu bedrängen. Die Entscheidung des Mädchens, die Beziehung zu beenden, akzeptierte er nicht. Das Nachstellen endete auch nicht nach Gesprächen mit der Schulleitung und nach seinem, Weggang von der Schule. Er lauerte Anna E. (Name geändert) auch nach der Schule auf, schaffte es sogar, deren E-Mail-Zugang zu knacken und private Fotos herunter zu laden.

Im vergangenen November sollte es bereits zur Verhandlung gekommen sein, in deren Vorfeld der Angeklagte von einem „beidseitigen Liebesverhältnis“ gesprochen hatte. Die wurde wegen der Schwangerschaft der 20-Jährigen, die in einer festen Beziehung lebt, vertagt. Gestern ermahnte der Vorsitzende Richter Peter Roos den Angeklagten eindringlich, jedwede Nachstellung zu unterlassen.

„Mit pubertären Schwärmereien muss ein Lehrer umgehen können“, so Roos, „und die Hände von seinen Schülerinnen lassen“. Helga Koenemann, Verteidigerin der 20-Jährigen, war zufrieden: „Es war an der Schwelle zum gravierenden Missbrauch. Der Angeklagte hat zugegeben, dass es Unrecht war, was er getan hat. Das Gericht hat Anna gut verstanden. Sie ist jetzt sehr erleichtert, dass es vorbei ist.“