Neuss: Schüler starten Hilfsprojekt für Afrika

Neuss: Schüler starten Hilfsprojekt für Afrika

Unter dem Motto "Schüler helfen Schülern" wollen Neusser Jugendliche Spenden für eine afrikanische Schule sammeln. Die Idee hatte der 17-jährige Djamil Werner, der gerade von einem Auslandsaufenthalt nach Neuss zurückgekehrt ist.

Djamil Werner kann es einfach nicht ruhig angehen lassen. Vor zwei Jahren hat er die Bezirksschülervertretung mitgegründet und war dort bis zum Beginn seines Auslandsjahrs als Sprecher aktiv. Doch auch in Frankreich, wo der 17-Jährige ein halbes Jahr verbracht hat, ließ ihn die Idee nicht los, sich weiter zu engagieren.

Das Ergebnis: Mit Unterstützung der Schülervertretung der Janusz-Korczak-Gesamtschule zieht der Jugendliche nun ein Spendenprojekt für Afrika auf — und hat dafür nicht nur seine Mitschüler motiviert, sondern auch Jugendliche aus der ganzen Welt, mit denen er vor seinem Auslandsaufenthalt einen Sprachkurs absolvierte.

"Wir haben Mitstreiter aus über 15 Ländern", erzählt Djamil Werner von dem Projekt, für das er das Ziel ausgegeben hat, bis diesen Herbst 10 000 Euro zu sammeln. Das Geld soll an ein Schulprojekt in Afrika gehen, an die "One World Secondary School Kilimanjaro" in Tansania. Die Schule wird von dem Münchner Bildungswissenschaftler Karl-Heinz Köhler geleitet, seine Sekundarschule steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Unesco-Kommission. "Ziel ist es, moderne Bildungsansätze aus Europa auch afrikanischen Kindern zugänglich zu machen", erzählt Djamil Werner.

Dazu gehört natürlich auch eine Schülervertretung — mit ein Grund für die Jugendlichen, sich mit dem Projekt zu identifizieren. "Unsere Idee ist, dass Schüler Schülern helfen", erzählt Mascha Wagemann, Schülervertreterin der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Gerade sind die Jugendlichen dabei, an Schulen der Region Termine zu machen, um dort ihr Projekt vorstellen zu dürfen.

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"Unsere Idee ist, dass jeder Schüler einen Euro spendet", sagt Djamil Werner, der zudem durch Neusser Verbände und Unternehmen tingelt, um dort für das Projekt zu werben, für das er den Neusser CDU-Politiker Hermann Gröhe als Schirmherr gewinnen konnte. Zudem koordiniert der 17-Jährige das Engagement seiner Unterstützer im Ausland. Bis jetzt sind 850 Euro zusammengekommen, weswegen die Schüler nun verstärkt die Werbetrommel rühren für das Projekt in Tansania.

"Von den Spenden könnten zum Beispiel neue Schulgebäude finanziert werden", meint Mascha Wagemann. Denn die "Secondary School" befindet sich noch im Aufbau, 22 Schüler lernen dort im ersten Jahrgang, dieses Jahr soll ein zweiter hinzukommen.

Auch an technischer Ausstattung mangele es noch, erzählt Djamil Werner, der mit dem Schulleiter Karl-Heinz Köhler über die Internet-Videoplattform Skype Kontakt aufnahm und sofort ein positives Feedback für seine Idee bekam, sich gemeinsam mit anderen Schülern für das tansanische Projekt zu engagieren, das nicht nur Schülern den Zugang zu Bildung ermöglicht, sondern auch afrikanischen Lehramtsstudenten einen Einblick in innovative Lern- und Lehrmethoden gibt.

"Insofern ist es sogar in zweifacher Hinsicht Hilfe zur Selbsthilfe", sagt Djamil Werner. Denn einerseits biete es den Kindern die Chance zum sozialen Aufstieg, andererseits fördere es insgesamt die Qualität der Lehre. Wie genau die Schule arbeitet, davon wollen sich die Schüler auch selbst überzeugen. Im Herbst ist eine — privat bezahlte — Reise nach Tansania geplant. "Wir wollen der Schule dann einen symbolischen Spendenscheck übergeben", sagt Djamil Werner.

(NGZ/rl)
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