1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Serie Knete, Krisen, Kompetenzen (1): Schüler lernen Umgang mit Taschengeld

Serie Knete, Krisen, Kompetenzen (1) : Schüler lernen Umgang mit Taschengeld

Die Schuldenfalle droht. Jeder vierte Schuldner im Rhein-Kreis ist jünger als 30 Jahre. Unter der Federführung des SKM setzen Sozialverbände ihre finanzielle Bildung an Schulen fort. Die Volksbank gehört zu den Sponsoren des Präventionsprojektes.

Auskommen mit dem Einkommen. Wem es gelingt, diesen Grundsatz einer soliden Kassenführung jungen Menschen zu vermitteln, der hat eine wertvolle Präventivleistung vollbracht. Diese These vertritt jedenfalls Klaus Karl Kaster: "Schulden rauben uns Lebensfreude und Lebensqualität." Darum liegt dem Vorsitzenden des Neusser Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) das Projekt "Knete, Krisen Kompetenzen" besonders am Herzen: "Wir wollen verhindern, dass junge Menschen in die Schuldenfalle schliddern." Jeder zehnte Haushalt in Deutschland gilt als überschuldet. In Neuss wären demnach 7500 Familien beziehungsweise Alleinlebende betroffen.

Zahlen, die belegen, dass Hilfe erforderlich ist — und die organisieren vier Sozialverbände. Unter der Federführung des SKM aus Neuss haben sich die Caritas, das Diakonische Werk und der Internationale Bund in Dormagen zu einer Arbeitsgemeinschaft (AG) Schuldnerberatung zusammengeschlossen. Ziel sei es, so SKM-Vorsitzender Kaster, "dass Jugendliche lernen, mit Geld umzugehen und nicht in die roten Zahlen abzurutschen."

Das funktioniert. Sagen die Beteiligten. "Wir laufen bei den jungen Frauen und Männern offene Türen ein", sagt Ellen Bente (33). Die Diplom-Sozialarbeiterin und -pädagogin aus dem SKM-Team unterrichtet seit 2009 Schüler im richtigen Umgang mit ihrem (Taschen-) Geld: "Das Interesse ist groß. Wer durch den Kursus gegangen ist, der hat auch etwas mitbekommen." Das Präventionsangebot "Knete, Krisen, Kompetenzen" ist seit seiner Premiere 2009 zu einem Vorzeigeprojekt geworden.

Im derzeit laufenden Schulhalbjahr nehmen wieder sechs Schulen mit insgesamt knapp hundert Schülern teil: die Geschwister-Scholl, Schule in Norf, die Hauptschule an der Gnadentaler Allee, die Maximilian-Kolbe-Schule, Förderschule am Wildpark (alle in Neuss) hinzu kommen die Realschule in Hackenbroich und die Realschule in Meerbusch-Osterath. Die Finanzierung erfolgt über Spenden aus der Privatwirtschaft. Darunter ist auch die Sparkasse Neuss.

Zu den großen Förderern gehört seit einigen Jahren die Volksbank Düsseldorf Neuss. Für Rainer Mellis ist es "unheimlich wichtig", dass junge Menschen an wirtschaftliches Handeln auch mit Blick auf das Taschengeld und die Haushaltskasse herangeführt werden. Es gehe darum, Finanzkompetenz schon möglich frühzeitig zu vermitteln. Für den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank setzt das Projekt des SKM und seiner Mitstreiter am richtigen Punkt an: Wenn finanzielle Bildung in vielen Elternhäusern zu kurz komme, dann sei es richtig, in die Schulen zu gehen.

Im Vorjahr ließ die Volksbank das Präventionsprojekt erstmals auch medial begleiten; dokumentierte die Arbeit in einem Film. Nun zeichnet sich überregionale Anerkennung ab. Die Projektmacher wurden von der "Stiftung Deutschland im Plus" zur Wettbewerbs-Siegerehrung nach Nürnberg eingeladen.

(NGZ/ac)