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Neuss: Schüler erkunden das Wetter

Neuss : Schüler erkunden das Wetter

Die erste Neusser Wetterstation steht an der Albert-Schweitzer-Grundschule in Reuschenberg. Die professionell ermittelten Werte stehen auch im Internet. Die Schüler der 4b zeigen, wie sie daran zum Thema Wetter lernen.

Wie warm ist es heute? Die Klasse 4b blickt erwartungsvoll auf das Innere des kleinen weißen Wetterhäuschens. Darin befindet sich ein Thermometer, ein Gerät zur Luftdruck- und Luftfeuchtigkeitsmessung. Die Schüler der Albert-Schweitzer-Grundschule kommen jeden Tag in ihr Wetterhaus. Heute zeigt das Thermometer 20 Grad an. Regen gab es nicht.

Leon (9) schreibt alles ganz genau auf. Später werden die Werte auf ein großes Poster übertragen, das im Klassenzimmer der 4b hängt. Darauf können die Schüler die Entwicklung über einen Monat beobachten. Dazu gehören Temperatur, Bewölkung, Niederschlag und der Wind.

Mit dem Stativ Wind messen

Die größte Mitschülerin hält ein Anemometer in die Luft, eine Art kleines Windrad, mit dem die Windstärke gemessen wird. Heute dreht sich das Rädchen im Zeitlupentempo. Es herrscht fast absolute Windstille. Mit einem Stativ samt Fahne bestimmen die Schüler noch die Richtung des Windes.

Zurück in der Klasse werden die Werte des Wetterhäuschens noch mit den Werten von einer professionellen Wetterstation auf dem schuleigenen Bauwagen verglichen. "Da gibt es manchmal Unterschiede", sagt Antonia (9). Immerhin liegt die professionelle Wetterstation höher und weniger windgeschützt. Außerdem werden die Werte nur alle 20 Minuten erneuert.

Wetterstation und Wetterhäuschen hat die Schule vor kurzem mit Fördergeldern von RWE und Bayer angeschafft. Laut Vater Andreas Ertlmaier ist die Wetterstation sogar die erste professionelle in Neuss. Der Computerfachmann hat das Programm geschrieben, mit dem die Werte der Station übertragen werden – auch ins Internet, damit sie jeder Neusser sehen kann. "Das Thema Wetter haben wir sowieso im Lehrplan, sagt Schulleiterin Andrea Knopper, "und hier haben die Kinder die Möglichkeit selbst zu messen, wie beim Wetterbericht im Fernsehen."

Dem 9-Jährigen Leon gefällt das. "Es gibt so viele Arten von Wetter, und wir lernen hier die Tricks", sagt er. Besonders beeindruckt hat ihn ein Film, mit dem die Schüler in das Thema eingeführt wurden. "Da haben wir gelernt, dass Tornados bis zu 400 Kilometer pro Stunde schnell sein können", sagt er. Auch Hagelkörner größer als ein Golfball haben sie in dem Film gesehen. "Außerdem wurde gezeigt, wie man das Wetter vorhersagen kann", erinnert sich seine Klassenkameradin Antonia.

Neben Temperatur, Niederschlag und Wind gibt es im Internet aber noch einen besonderen Service: Die UV-Strahlung. "Damit kann ich sehen, ob ich mich eincremen muss, wenn ich ins Schwimmbad gehe", sagt Leon. Der Grundschüler schaut also auch auf die Werte, wenn es gerade nicht seine Hausaufgabe ist.

(JaHu)