Neuss: Schüler entwickeln Stadtführer

Neuss : Schüler entwickeln Stadtführer

Zwei Jahre beschäftigten sich die Schüler vom Marie-Curie-Gymnasium mit der Geschichte der Nordstadt. Jetzt haben sie den Stadtteilführer "Die Furth entdecken" veröffentlicht.

Drei abwechslungsreiche Rundgänge "henger de Bahn" und informative Texte zu insgesamt 21 Stationen enthält der Stadtteilführer "Die Furth entdecken". Er ist das Ergebnis des Projekts "Stadtteilexperten". Eine Kooperation des Neusser Stadtarchivs gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt des Marie-Curie-Gymnasiums.

Angeregt, gefördert und schließlich prämiert wurde dieses Projekt durch den landesweiten Wettbewerb "Archiv und Jugend". Der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, hatte diesen ausgeschrieben. Zwei Jahre beschäftigten sich die Schüler mit der Geschichte ihres Stadtteils und seinen verschiedenen Vierteln, lernten die Nordstadt mit all ihren Facetten kennen. Die Jugendlichen recherchierten viele Stunden unter Anleitung von Archivpädagogin Annkatrin Schaller im Stadtarchiv. Sie sichteten Quellen, filterten die für ihr Projekt wichtigen Informationen. Zusätzlich führten sie interessante Gespräche mit Zeitzeugen, machten viele Probeführungen, um themenbezogene und spannende Rundgänge durch die Nordstadt zu erarbeiten. Drei Routen sind dabei entstanden. Stationen sind unter anderen die Kirchen, die alten Bunker und die Schulen der Furth. Zu jeder Station haben die Schüler einen informativen Text geschrieben.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse macht vor allem Michael Schmitt stolz. Der Geschichtslehrer hat die Schüler gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Kahlki während des Projekts betreut, sogar extra ein arbeitsintensives Wochenende in der Uedesheimer Jugendherberge organisiert. Nun freut er sich, ein Exemplar des Stadtführers in der Hand halten zu können: "Das Erlebnis so etwas aufzuschlagen und seinen Namen unter einem Text zu finden, ist eine ganze neue und besondere Erfahrung für die Schüler", sagt der Pädagoge. Dank und Anerkennung für die "tolle Arbeit" gab es für die Teilnehmer der Geschichtswerkstatt auch von Jens Metzdorf. Der Leiter des Stadtarchivs nutze die Gelegenheit, um mit Schulleiterin Emmy Tressel in einem Kooperationsvertrag die Fortsetzung der Zusammenarbeit festzuhalten. "Die Schüler sollen auch weiterhin die Möglichkeit haben, Geschichte hautnah im Archiv zu erleben", sagte Metzdorf.

Historische Projekte stoßen am Marie-Curie-Gymnasium immer auf großes Interesse. Die wissenschaftliche Arbeit macht den Schülern Spaß, auch wenn sie dafür viele Stunden ihrer Freizeit investieren müssen: "Es war toll etwas über das Stadtviertel zu lernen, in dem man aufwächst", sagt die 17-jährige Katja Mörs. Und Freundin Charlotte Eicker fügt hinzu: "Besonders spannend war die Arbeit mit den Quellen". Derweil läuft bereits ein weiteres Projekt.

(NGZ)