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Rhein-Kreis Neuss: Schreiben fürs Schülertheater

Rhein-Kreis Neuss : Schreiben fürs Schülertheater

Zwölf Schüler des Georg-Büchner-Gymnasium in Kaarst bilden die Redaktion für die Festivalzeitung beim Treffen der "Schultheater der Länder" in Düsseldorf. Dafür ziehen sie in die Jugendherberge um.

Auf der Bühne haben sie schon oft genug selbst gestanden, aber darüber schreiben, was da oben aus der Sicht jener, die da unten sitzen, passiert und wie das wirkt – das ist Neuland für die zwölf Schüler des Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) in Kaarst. Maike Tünneßen, Nuri Milz, Erika Walter, Urs Kusche, Caro Bolten, Kerstin Jäger, Carina Hiemann, Felicitas Längler, Lisa Herz, Samara Hauke, Marie Kirschstein und Milena Röver gehören alle zur Jahrgangsstufe 10 und werden im September für eine Woche nach Düsseldorf umziehen und dort die Theaterzeitschrift "stagecom" produzieren.

Anlass ist das Festival "Schultheater der Länder" vom Bundesverband Theater in Schulen (BV.TS). Initiatorin ist Renate Winkler-Kalbas, Lehrerin am GBG aus Meerbusch, und in diesem Fall vor allem als Vorsitzende des ausrichtenden Landesverbandes Theater in Schulen NRW ((LV TiS) auch Organisatorin des Festivals.

Sie hat sich die Schüler für das Redaktionsprojekt ein wenig ausgesucht, gibt sie zu, und dabei war es ihr wichtig, dass alle schon Theatererfahrung gesammelt haben: "Wer Theater macht, muss auch Theater gucken." Beim Theaterfestival Maskerade der Düsseldorfer Schulen haben die zwölf Schüler schon mal geübt. Jeden Tag haben zwei von ihnen eine Aufführung angesehen und online eine Kritik dazu veröffentlicht.

Impulse für die Theaterarbeit

Direkt nach dem Gesehenen sich hinsetzen und drüber schreiben – das verlangt viel Disziplin, aber keiner in diesem Kreis sagt, dass es anstrengend gewesen sei. "Das Verfassen eines Textes, der dann auch von Leuten gelesen wird ist so schön, dass es jeden Stress wieder wett macht", sagt zum Beispiel Nuri. Und Marie findet es "interessant, über Theater zu schreiben, weil ich dann sehr genau hinsehe und beobachte, wie es auf mich gewirkt hat". Aber nicht nur Carina fiel auf, dass manche Kritik am nächsten Morgen noch um so vieles hätte ergänzt werden können. "Ich hätte Romane schreiben können", erzählt sie lachend, "aber man muss sich eben entscheiden."

Renate Winkler-Kalbas hofft, dass aus dem vielen Sehen anderer Schülertheateraufführungen auch Impulse für die Theaterarbeit an der Kaarster Schule ausgehen. Schon für die Fünftklässler werden am GBG Theatergruppen angeboten. Und mancher Schüler verbringt kaum ein Jahr an der Schule in Vorst, ohne nicht irgendwie Theater gemacht zu haben. Wie zum Beispiel Lisa. Sie hat seit der fünften Klasse immer an Theaterprojekten teilgenommen; jetzt fehlt ihr was: "Die 10 ist für mich irgendwie ein leeres Jahr", sagt sie, "da gibt es nur Warten auf den Literaturkurs im nächsten Schuljahr."

Für die Arbeit an der "stagecom" im September werden sich die schreibenden Schüler genauso wie die spielenden eine Woche lang in der Jugendherberge in Düsseldorf einquartieren, betreut von Winkler-Kalbas' Kollegin Renate Manns. Wer welche Arbeit an der Zeitung macht, ist auch schon geklärt: Für das Layout und die grafischen Arbeiten sind Urs und Caro zuständig, alle anderen werden jeweils zu zweit eine Aufführung – insgesamt sind es 17 – besuchen, schreiben und auch fotografieren. Krönender Abschluss wird dann die große Party: "Ich bin sicher", sagt Kalbas-Winkler schmunzelnd, "die schaffen alle."

(NGZ)