Neuss: Schlote-Plakate für Schulen

Neuss : Schlote-Plakate für Schulen

Die Klasse 3b der Karl-Kreiner-Schule interessiert sich für Neuss, denn Heimatkunde macht Spaß. Seit gestern gehört den Schülern ein Neuss-Plakates von Künstler Wilhelm Schlote – er hat es exklusiv für die NGZ gestaltet.

Ein Ritter der Tafelrunde ist er nicht, wie einer der Schüler der 3b meint. Es ist Quirinus, der Neusser Stadtpatron. Das wissen aber die meisten und korrigieren ihren Mitschüler sofort. Die Schüler der Klasse 3b der Karl-Kreiner-Schule haben viel zu entdecken auf dem Neuss-Plakat des Künstlers Wilhelm Schlote.

Im vergangenen Jahr hatte die NGZ gemeinsam mit dem Zeichner und Cartoonist ihre Leser aufgerufen, Motive für das Neuss-Plakat vorzuschlagen. Die meist genannten Vorschläge wurde dann von dem Künstler auf Papier umgesetzt. "Da ist ja eine Rakete", ruft Jan und weiß auch sofort, was das bedeutet: Rakete steht für Raketenstation und "die ist jetzt eine Museum". Dagewesen ist der Achtjährige allerdings noch nicht. Julia erkennt in einem Motiv den Hafen, Linda die Quirinus-Basilika. Dort wurde vor kurzem ihre Cousine getauft. Auch den Eierdieb haben die meisten schon aus nächster Nähe gesehen, denn durch den Stadtgarten sind alle schon spaziert. Sarissa entdeckt den Blutturm und schüttelt sich –allein das Wort findet die Drittklässlerin schon ziemlich schaurig. David, Emma und Cynthia erklären ihrer Lehrerin Nadja Hanke weitere Details. Die ist keine Neusserin und staunt.

Doch nachdem sie fast alles genannt haben, fällt den Jungen und Mädchen auf, dass viele Neusser Wahrzeichen gar nicht abgebildet sind, zum Beispiel das Rheinische Landestheater, das Schützenmuseum, der Kinderbauernhof in Selikum oder die Eisdiele auf dem Marktplatz, die für einige ebenfalls ein Wahrzeichen ist. Die Mädchen und Jungen sind sich sicher, dass sie "dem Herrn Schlote" noch so einige Denkmäler, Gebäude oder Treffpunkte nennen könnten, so dass er durchaus noch ein zweites Plakat füllen könnte. Und das wollen sie ihm nun persönlich sagen. Erst kommt das Plakat in die Klasse, dann der Künstler – so hoffen sie. Schreiben werden sie dem 66-Jährigen auf jeden Fall.

Und für den Fall, dass er denn doch kein zweites Neuss-Plakat machen möchte, werden sie vielleicht selbst künstlerisch tätig. "Das Original", sagt Schulleiterin Dorothee Mühle, "werden wir auf alle Fälle einrahmen lassen und im Hauptgebäude aufhängen, damit auch alle Schüler etwas davon haben." Den Rahmen, da ist sie sich sicher, wird der Förderverein zahlen.

Eins haben übrigens die meisten sofort erkannt, nämlich dass der Elefant mit den großen Ohren nicht typisch für Neuss ist. Ist er auch nicht, aber typisch für "einen Schlote". Denn seine gezeichneten Elefantengeschichten waren es, mit denen der in Essen aufgewachsene Künstler erste große Erfolge hatte, und so sind die Dickhäuter zu einem echten Markenzeichen des Malers geworden.

(NGZ)
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