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Neuss: Scheibenschützen haben 600-Jahr-Feier im Blick

Neuss : Scheibenschützen haben 600-Jahr-Feier im Blick

In mancher Neusser Familie winkt jenem Kind eine Belohnung, das als erstes ein Schützenfähnchen im Straßenbild entdeckt. Früher wurden 50 Pfennig gezahlt, heute mag es ein Euro sein. Leicht verdientes Geld für ein Mädchen oder einen Jungen, die mit wachen Augen am 25. Juli durch Neuss laufen. Mit dem Jakobustag beginnt die heiße Phase der vorschützenfestlichen Zeit. Die Scheibenschützen feiern ihren Patronatstag und holen die Fahnen aus dem Keller – so wie ihr Urgestein Kasper Peck an der Michaelstraße, dessen Hausschmuck die Gäste auf dem Weg zur Morgenfeier im Sparkassen-Forum begleitete. Botschaft: Die Schützen sind bereit!

Als Ehren-Oberschützenmeister Hermann-Josef Kallen explizit vom 597. Patronatstag sprach, war jedem der rund 200 Teilnehmer klar: 2015 steht ein stolzes Jubiläum an. Dann wird mit der Scheibenschützengesellschaft die älteste Neusser Schützengemeinschaft 600 Jahre alt. Ein Geschenk hat sich die Gesellschaft bis zu jenem Termin gemacht: 2015 wird im rundum erneuten Scheibenhaus am Scheibendamm gefeiert. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten und werden als bald abgeschlossen.

Die Scheibenschützen stellen neben dem Hubertus-Korps die zweite Bruderschaft im Neusser Regiment. Ihr Präses Msgr. Robert Kleine, der aus Neuss stammende neue Kölner Domdechant, zelebrierte die Festmesse in der Basilika St. Quirin. Er war dort der Prediger und bei der Morgenfeier der Festredner. Er stellte das Kreuz in den Mittelpunkt seiner Gedanken. So unverständlich wie es für die Römer war, dass ein Gott am Kreuz stirbt, so unverständlich sei es für manchen heute, dass sich die Schützen der Bruderschaften in das Zeichen des Kreuzes stellen, um zu dokumentieren: "Wir bleiben treu!" So werde das Kreuz zum "hellen Symbol", aus dem die Hoffnung spreche.

Treue zeichnet auch viele Scheibenschützen aus. Mit Hans Carl Busch wurde der Senior der Gesellschaft für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Seit 50 Jahren ist Hans Dieter Huck dabei, der sichtlich bewegt dankte, so lange bei den Scheibenschützen gut aufgehoben zu sein: "Glaube, Sitte und Heimat haben Zukunft". Dem mochte niemand widersprechen ...

(NGZ)