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Neuss: Schankos Spielplan in Itzehoe

Neuss : Schankos Spielplan in Itzehoe

Mit Beginn dieser Saison bestimmt die ehemalige RLT-Intendantin Ulrike Schanko die Geschicke des Theaters Itzehoe in Schleswig-Holstein. Das Haus hat kein eigenes Ensemble, sondern ist reine Gastspielbühne.

78 Produktionen (40 im Abendspielplan, 38 für Kinder und Jugendliche), dazu Rahmenprogramme wie Kneipentheater und Kabarett — das liest sich wie ein Großprojekt und war auch tatsächlich eine logistische Herausforderung, wie sie Ulrike Schanko noch nicht erlebt hat. "Zumindest gegenüber den zwölf Produktionen am RLT", sagt sie lachend. Die ehemalige Intendantin der Neusser Bühne, die den Stab 2009/010 an Bettina Jahnke übergeben hat, legt ihren ersten Spielplan in ihrer neuen Funktion als Chefin des Theaters Itzehoe vor.

Das Haus mit rund 700 Plätzen ist indes ein reines Gastspieltheater, hat kein eigenes Ensemble, so dass Schanko sich bei der Planung vor allem auf zwei Dinge konzentrieren musste: die Berücksichtigung der Abo-Ringe und die Verteilung der jeweils sechs Vorstellungen auf die Spielzeit. "Schließlich soll keiner das Gefühl haben, sein Abo ist schon in den ersten Wochen abgefrühstückt", erklärt sie.

In Itzehoe gibt es im Erwachsenenbereich sechs Abo-Ringe — für das Schauspiel, für Sprech-, Musik- und Tanztheater, für Klassikkonzerte, für "Große Kunst für kleine Bühnen", für den Sonntag Nachmittag mit Operette und Musical und für die freie Wahl zwischen allen Gattungen.

Wo bekommt man all die Aufführungen zu einer Zeit her, in der auch andere Theater noch planen? war denn auch die Leitfrage für Schanko, die bei der Beantwortung von ihrer langjährigen Mitarbeit in der Inthega (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) profitierte: "Da hört man schon mal vorfristig von Überlegungen für die Spielplangestaltung", sagt sie. Und so hat sie Produktionen aus den verschiedensten Regionen eingeladen. Viele kommen aus dem norddeutschen Raum, aber einige auch aus dem Rheinland. Von der Burghofbühne Dinslaken zum Beispiel, oder von einer Regisseurin vom Schlosstheater Moers, oder von in Neuss bekannten Textern wie Martin Maier-Bode, Schauspielern wie Mark Weigel und Theaterchefs wie Norbert Kentrup ("Shakespeare & Partner"). Auch die Landestheater Detmold und Castrop-Rauxel sind zu Gast, "aber Detmold war schon vorher regelmäßig in Itzehoe zu sehen", sagt Schanko, die mit ihrem Mann auch in die schleswig-holsteinische Stadt gezogen ist. Sie selbst freut sich besonders auf "Konfetti". Das Stück von Ingrid Lausund hatte in ihrer RLT-Zeit Martin Maier-Bode inszeniert, und sie ist gespannt, was das Theater für Niedersachsen daraus gemacht hat. Fast alle Theaterprojekte hat Ulrike Schanko blind gebucht und deswegen für das 124 Seiten starke Spielplanheft auch auf Illustrationen von Silke von Patay zurückgegriffen. "Fotos gab es ja noch nicht, und ich wollte keinen grafischen Mischmasch", sagt sie.

Doch nicht allein damit hat Schanko den Itzehoern etwas Neues beschert. Analog zum Stücktitel "Bezahlt wird nicht" von Dario Fo hat sie ihren Spielplan im Theater in einer kostenfreien Veranstaltung präsentiert. Anders als früher im RLT konnte die Intendantin dabei zwar nicht auf eigene Schauspieler zurückgreifen, aber einige Gäste sind angereist, haben Arien gesungen oder Ballettszenen gezeigt. Und Schanko hat eine Antrittsrede gehalten, in die sämtliche Titel des Spielplans eingebunden waren.

(NGZ)