Sauerkrautfabrik Leuchtenberg in Neuss abgerissen

Abbrucharbeiten in Neuss haben begonnen : Die Sauerkrautfabrik wird zu Bauschutt

Bis Dezember wird das Fabrikgebäude der Firma Leuchtenberg abgerissen. Auf der Fläche entstehen 160 Wohnungen.

Was wiegt eine Sauerkrautfabrik? Frank Lubig, Vorstand des Neusser Bauvereins, weiß es ziemlich genau: rund 20.000 Tonnen. Diese Massenberechnung liegt dem Auftrag zum Abbruch des Fabrikgebäudes der Firma Leuchtenberg zugrunde, mit dem jetzt begonnen wurde. Eine Jahr nach dem Ende der Produktion und Übernahme der Liegenschaft durch den Bauverein, der die Fabrik schon Anfang 2016 gekauft hatte.

Bis Anfang Dezember sollen alle Aufbauten und Gebäudeteile auf dem 9600 Quadratmeter großen Gelände entfernt und auch die Verkehrsflächen entsiegelt sein, damit möglichst früh im kommenden Jahr mit dem Neubau von 160 meist öffentlich geförderten Wohnungen begonnen werden kann. Manager des Abbruchs ist Michael Bradaric, der in den kommenden Monaten mehr als einmal die Nordkanalallee und Augustinusstraße überqueren muss. Nördlich bricht er die Sauerkrautfabrik ab, südlich davon die nicht mehr benötigten Gebäude auf dem Campus des ehemaligen Alexianer-Krankenhauses – auch das ein Bauverein-Projekt. „13 Gebäude haben wir schon niedergelegt“, sagt der Polier, der auch auf dieser Fläche mit derzeit gut 20 Kollegen gegen die Uhr arbeitet. Denn der Bauverein als Auftraggeber hat auch dort eine Frist gesetzt: Bis Ende Dezember sollen die Abbruchbagger ihr Werk erledigt haben. Seit Januar schon ist die Mönchengladbacher Firma Herzog gemeinsam mit dem Viersener Abbruchunternehmen Prangenberg und Zaun auf diesem Areal tätig, wo noch einmal rund 65.000 Tonnen Bauschutt anfallen. Angesichts der Größe des Projektes und insgesamt gut gefüllter Auftragbücher haben beide Firmen eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, um den Bauvereinsauftrag in der Frist erledigen zu können, sagt Alexander Herzog, geschäftsführender Inhaber der Mönchengladbacher Firma.

„Wenn wir hier durch sind, wird´s schön“, heißt es auf einem Transparent am Zaun des Alexianergeländes am Berghäuschensweg. Denn auf dieser Fläche entsteht bekanntlich ein Quartier mit etwa 450 Wohneinheiten – plus Kindergarten und anderer Einrichtungen. Noch im Herbst soll mit dem Bau der ersten Mehrfamilienhäuser mit 50 Wohnungen auf einer schon abgeräumten Fläche an der Nordkanalallee sein, berichtet Lubig. Also noch während nebenan im ehemaligen Schwesternwohnheim und zwei Flügeln des alten Krankenhauses abgebrochen wird.

Sensible und damit auch aufwändiger allerdings ist der Abbruch der Sauerkrautfabrik. Nach Wochen, in denen die Gebäude entkernt und verwertbares Material entnommen wurde, rummst es dort seit Montag richtig. Doch im angrenzenden Kloster mit seinem Altenheim und dem Hospiz sieht man dem Tag, an dem der Abbruchbagger an die Klostermauer „klopft“, gelassen entgegen. Es bestehe eine klare Vereinbarung, dass zum Beispiel morgens vor 7 Uhr und in den Mittagsstunden nicht abgebrochen wird, sagt Edeltraud Lösch, Geschäftsführerin des Klosterbetriebs und der Stiftung „Cor unum“. Verlegungen der Gäste im Hospiz könne und müsse es auch nicht geben, sagt sie.

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