Meine Firma: Sauerkraut für die Welt

Meine Firma: Sauerkraut für die Welt

An der Augustinusstraße werden pro Jahr mehr als 10.000 Tonnen Weißkohl aus der Region verarbeitet. In der Hauptsaison von August bis Ende November verlassen täglich rund 30 Lastwagen das Firmengelände.

Ein Lebensmittel komplett aus deutscher Produktion, hergestellt in einem selbständigen, inhabergeführten Betrieb — so etwas ist in der Ernährungsindustrie heute kaum noch zu finden. Sauerkraut aus Neuss gehört zu diesen selten gewordenen Produkten.

Bei der Leuchtenberg GmbH an der Augustinusstraße werden pro Jahr mehr als 10 000 Tonnen Weißkohl aus der Region verarbeitet. In der Hauptsaison von August bis Ende November verlassen täglich rund 30 Lastwagen das Firmengelände — beladen mit Sauerkraut — aber auch mit Rotkohl und rheinischen "Schnibbelbohnen".

Leuchtenberg ist nicht nur Marktführer für Sauerkraut in so genannten "flexiblen Verpackungen", den Folienbeuteln, sondern auch die älteste Sauerkrautfabrik Deutschlands: 1861 gründete Theodor Leuchtenberg in der Nähe seiner Äcker auf den Neusser Rheinwiesen die Leuchtenberg Sauerkrautfabrik. 1906 verkaufte der kinderlose Unternehmer den Betrieb an Johann Josten. Der Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers Joachim Küppers (40) verlegte den Standort an die Augustinusstraße und behielt den Namen des Firmengründers bei.

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Neusser Sauerkraut aus dem Hause Leuchtenberg ist in Supermärkten in ganz Deutschland und in den Benelux-Staaten zu finden, vereinzelt wird aber auch nach Irland, Australien und Kanada geliefert: "Dort möchten die deutschen Auswanderer nicht auf dieses traditionelle Gericht ihrer Heimat verzichten", sagt Joachim Küppers.

Rund ums Jahr beschäftigt Leuchtenberg 50 Mitarbeiter, in der Hauptsaison, wenn der "Kappes" geerntet wird, kommen noch rund 25 Saisonarbeitskräfte hinzu. Ab Dezember wird es ruhiger in der Fabrik. Dann wandert nur noch der Kohl aus den Kühlhäusern in die Silos. Ist der ab Anfang März auch verbraucht, wird es an der Augustinusstraße Zeit, die Maschinen zu überholen und die Mitarbeiter in den Jahresurlaub zu schicken — bis dann die zwölf Vertragslandwirte aus dem Kempener Raum und aus Kaarst wieder mit ihren Wagenladungen voller Kohlköpfe anrollen.

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(NGZ)