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Neuss: Salafisten wollen in Neuss den Koran verteilen

Neuss : Salafisten wollen in Neuss den Koran verteilen

Die Neusser Innenstadt ist am Wochenende offenbar das Ziel einer Aktion von Salafisten. Wie auf der Internetseite der Aktion "Lies!" bekannt gegeben wurde, ist Neuss eine der 37 deutschen Städte, in der am Samstag der Koran kostenlos verteilt werden soll. Hinter der Aktion steht der Kölner Geschäftsmann Ibrahim Abou-Nagie, den der Verfassungsschutz als einflussreichen Salafisten-Prediger einstuft. Abou-Nagie will alle 25 Millionen deutschen Haushalte mit dem Koran versorgen. Salafisten gehören zu den radikalislamischen Gläubigen. Der Verfassungsschutz beobachtete zuletzt im Februar eine Veranstaltung von Solinger Salafisten in Weckhoven.

Bei der Stadt Neuss allerdings war bis gestern noch kein Antrag eingegangen, am Samstag einen Infostand in der Innenstadt aufbauen zu dürfen. "Wenn es einen geben sollte, dann prüft die Stelle für Sondernutzung im Ordnungsamt, ob es an der geplanten Stelle zu Behinderungen kommen kann", sagte Stadtsprecher Sascha Severin. Dass noch kein Antrag vorliegt, muss aber nicht bedeuten, dass die Salafisten von der Aktion am Samstag absehen. Wenn sich die Verteiler nämlich frei bewegten, bräuchten sie keine Genehmigung vom Ordnungsamt, erklärte Severin. Da der Koran kostenlos verteilt werden soll, müsse auch keine Reise- und Gewerbekarte beantragt werden.

"Es ist gut, dass der Verfassungsschutz diese Gruppe im Blick hat", sagte CDU-Fraktionschef Jörg Geerlings, der vor einer "Gefahr für die Demokratie" warnt. Er forderte gestern die Landesregierung auf, sich für mehr Aufklärung einzusetzen. "Außerdem muss der Verfassungsschutz verhindern, dass eine Untergrundbewegung entsteht", meint Geerlings, der bedauert, "wie sehr die Salafisten all jene Muslime diskreditieren, die friedlich mit uns zusammenleben". Und der SPD-Ratsherr Arno Jansen sagte: "Man muss das beobachten.

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(NGZ)