Russischer Diplomat erstmals am Volkstrauertag Gast in Neuss

Feierstunde zum Volkstrauertag in Neuss : Russischer Diplomat am Volkstrauertag Gast in Neuss

Zum ersten Mal in der Geschichte nahm am Sonntag mit Vladimir Sedykh ein russischer Generalkonsul an der Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf dem Neusser Hauptfriedhof teil. Gemeinsam mit Bürgermeister Reiner Brauer besuchte er das Denkmal, das an die in Neuss verstorbenen Soldaten Polens und der Staaten der ehemaligen Sowjetunion erinnert.

Beide kamen überein, die Diplomaten aus dem Konsulat in Bonn im kommenden Jahr noch enger in diesen Zeremonie einzubinden. Zuvor hatte Breuer die seit mehr als 25 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Neuss und dem russischen Pskow hervorgehoben und als lebendigen Beitrag zur Völkerverständigung gewürdigt.

Fast auf den Tag 100 Jahre nach dem Ersten und 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges stellte Breuer in seiner Ansprache klar, dass dieser 1922 eingeführte Volkstrauertag für ihn auch heute noch seine Berechtigung hat. Denn man gedenke an diesem Tag nicht nur der Opfer von Krieg und Gewalt in der Vergangenheit, sondern auch derer, die heute unter Gewaltherrschaft, Terror und Krieg leiden. „Viele von ihnen lassen alles zurück und brechen auf in eine ungewisse Zukunft“, sagte der Bürgermeister, der eine gemeinsame Verantwortung für den Frieden betonte. Dass man „der Zeitgeschichte nicht machtlos ausgeliefert“ ist, sondern die Zukunft gestalten und einen Beitrag zum Frieden leisten kann, zeigte Breuer auch am Beispiel des Friedensglockenspiels in Leuven auf, dessen Fertigstellung Vertreter beider Städte vor einer Woche feiern konnten. „Die Stadt Leuven hat die Hand zu Versöhnung und Freundschaft gereicht. Wir in Neuss haben sie gerne ergriffen.“

Bevor der Festakt mit Kranzniederlegung und Nationalhymne endete, trug Dorothea Gravemann Texte von Georg Heym und Andreas Gryphius. vor. Für die Kirchen ergriff Pfarrer Sebastian Appelfeller vom evangelischen Kirchengemeindeverband das Wort. Breuer dankte abschließend dem Bläserkreis der Musikschule für sein Mitwirken, aber auch den Vertretern von Feuerwehr, DRK, Reservisten der Bundeswehr sowie den Fahnenabordnungen der Neusser Schützenvereine.

(-nau)
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