Neuss: Rückenwind für mfi

Neuss : Rückenwind für mfi

Einkaufscenter, Straßenbahn, Weihnachtsmarkt: Drei wesentliche Punkte für die Neusser Innenstadt brachte der Stadtrat am Freitag abschließend auf den Weg. Lange Grundsatzdebatten.

Neuss Hollywood, da ist ist sich Ingo Stolz (SPD) ganz sicher, würde aus dem Thema Neuss-Arcaden und der Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler mfi einen Wirtschaftskrimi machen. Titel: "Neuss in der Hand eines Nappolitaners". Zu undurchsichtig scheint der SPD-Fraktion noch immer die Bereitschaft des Bürgermeisters wie auch der CDU, sich früh und abschließend auf das Essener Unternehmen festzulegen.

Auch wenn der am Freitag um Klarstellung bemüht war, alle Fragen der Fraktion redlich beantwortet. Festgelegt haben sich Stadt und Rat. Denn der Mehrheitsbeschluss vom 11. Mai, den die Grünen am Freitag per Antrag verwerfen wollten, hat Bestand. Weil er, wie Napp zur Begründung hervorhob, schon Außenwirkung gezeigt hat.

Konkret: Am Donnerstag unterzeichneten der Bürgermeister und mfi-Vorstandssprecher Matthias Böning die Entwicklungsvereinbarung, die dem Projektentwickler nun eine neunmonatige Frist einräumt, die Grundstücksfrage zu klären.

Böning erklärte bei dieser Gelegenheit, er glaube zuversichtlich, nach dieser Zeit ein Produkt vorweisen zu können, das in den Gremien des Rates besprochen werden kann. Erste Gespräche mit Grundeigentümern habe es gegeben. Die Vereinbarung als klares Mandat werde für weiteren Rückenwind sorgen.

Der Projektverantwortliche Torsten Kuttig erklärte, dass neben dem Thema Grundstücke nun drei weitere Komplexe angegangen werden. Im Rahmen der Standortanalyse soll auch die Machbarkeit geklärt werden. Dazu wird mfi der Stadt drei unabhängige Gutachter vorschlagen.

Diese sollen auch die "regionale Ausstrahlungskraft" des Centers belegen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die verkehrliche Anbindung des Centers mit seinen 1000 Stellplätzen. Man brauche ein funktionierendes Verkehrs- und Parkhauskonzept. Weitere Planungen beziehen sich auf die Entwicklung des Centers in seinem Umfeld. Ein Teilthema: Die Anbindung des Meererhof.

Erst in einer daran anschließenden zweiten Phase soll es um die architektonische Ausgestaltung gehen. Dazu, so Kuttig, kann sich mfi ein wettbewerbsähnliches Gutachterverfahren vorstellen. Wenn alle Voraussetzungen geklärt sind, könnte, so Kuttig, Anfang 2009 Baubeginn sein.

Bleibt der Punkt Huma-Center. Eine direkte Konkurrenz der Center sieht Napp nach wie vor nicht. Und dass mfi auch dort im Gespräch war, irritiert Napp nicht mehr. Das, so konnte er sich am Freitag erinnern, habe ihm Böning schon auf der Expo Real im Herbst berichtet.

(NGZ)