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Rosellerheide: Wo Stonehenge auf Bethlehem trifft

Themenkrippe in Rosellerheide : Wo Stonehenge auf Bethlehem trifft

Simon Kolbecher aus Rosellerheide hat eine ganz besondere Krippe kreiert: Stonehenge in Bethlehem. Wer möchte, kann sie sich ansehen. Bis Mariä Lichtmess bleibt sie stehen.

Ein weltberühmtes Bauwerk, errichtet aus meterhohen, tonnenschweren Steinen. Und ein alter Stall außerhalb Bethlehems, in der der Sohn Gottes in einer Krippe zwischen Stroh und Esel das Licht der Welt erblickt haben soll. Auf den ersten Blick haben Stonehenge und Jesus Christus’ Geburtsstätte nicht viel gemeinsam. Schaut man jedoch genauer hin, ließen sich jedoch zahlreiche Überschneidungen finden, sagt Simon Kolbecher aus Rosellerheide.

Seit Jahren bastelt der 84-jährige Pensionär Krippen mit thematischer Ausrichtung. „Eigentlich mache ich das schon von Kindesbeinen an. Zunächst mit konventionellen Krippen, später bin ich auf Themenkrippen umgestiegen“, erzählt er. Bei Krippenfahrten im Kölner Raum habe er Anregungen gesammelt, die Arbeit der Krippenbauer bestaunt. Mittlerweile zieht Kolbecher seine Inspiration oft aus der Bibel. Die Idee zur aktuellen Stonehenge-Krippe sei ihm aber bei der Gartenarbeit gekommen. „Ich hatte zuvor einen Artikel zur Sinnhaftigkeit des Lebens gelesen. Dabei ging es um Mittelpunkte im Leben“, sagt Kolbecher. Er habe recherchiert und überlegt, welche berühmten Mittelpunkte es auf der Welt gebe. Schnell seien ihm Bethlehem und Stonehenge eingefallen. Klar, Bethlehem ist für viele Christen eine beliebte Pilgerstädte, ein wichtiges Zentrum ihres Glaubens. Die dortige Krippe ist ein zentrales Element der Geburtsgeschichte von Jesus Christus. Doch auch Stonehenge sei früher ein „kultischer Mittelpunkt“ gewesen. Über die genaue Rolle der Steinkreise im englischen Amesbury und dessen Zweck gibt es viele Theorien. Jesus von Nazareth und die Stonehenge-Steinkreise eint, dass auch Jahrtausende später noch viele Fragen zu ihrer Geschichte offen sind. „Man weiß aber: Vor 4.500 bis 5.000 Jahren entstanden die Steinkreise aus Megalithen. Möglicherweise sollen sie als astronomisches Observatorium gedient haben“, sagt Kolbecher. Grund zu der Annahme sei, dass die Steine exakt auf den Sonnenaufgang am Tag der Sonnenwende ausgerichtet sind. „Demnach war es einer der ersten Kalender.“ Ebenso wie Jesus Geburt, die seit mehreren Jahrhunderten als Jahr Null unserer Zeitrechnung zählt. Mit einer Sonne symbolisiert Simon Kolbecher diese Verbindung in seinem Krippen-Projekt.

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Auch soll ein Prozessionsweg zu dem Bauwerk geführt haben. „Deshalb stehen in der Krippe die Figuren so, als liefen sie bei einer Prozession mit“, erklärt Kolbecher. Jedes kleinste Detail seiner Krippe ist durchdacht. In jeder Figur, jeder Anordnung soll sich die Verbindung zwischen Weihnachtsgeschichte und Stonehenge wiederfinden. Eine konkrete Idee für die nächste Themenkrippe hat er noch nicht. Das entwickele sich meist erst im Laufe des Jahres. In Betracht ziehe er aber, den Fokus auf Kinder zu legen. Neben zahlreichen Gemeinden, die derzeit ihre Krippen ausstellen, macht auch Kolbecher seine Stonehenge-Krippe zugänglich. Wer diese aus der Nähe bewundern möchte, den lädt er dazu ein, ihn unter 02137-6776 zu kontaktieren. Noch mindestens bis Mariä Lichtmess, also bis zum 2. Februar, will er Stonehenge in Bethlehem aufgebaut lassen.