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Rosellen: St. Peter ist eine "Geh-hin-Kirche"

In Rosellen ist die Kirche täglich offen : Die Pfarrkirche St. Peter ist eine „Geh-hin-Kirche“

In Rosellen ist die Pfarrkirche jeden Tag vom morgens bis abends geöffnet.

Wer außerhalb der Gottesdienst-Zeiten eine Kirche betritt, der lässt nicht nur die Sommerhitze draußen, sondern auch die Hektik des Alltags. Ein kurzes Gebet sprechen, eine Kerze anzünden oder einfach nur einen Moment hinsetzen, tief durchatmen und ohne Ablenkung über etwas nachdenken. Doch in zahlreichen Gotteshäusern ist eine solche kurze Auszeit nicht mehr möglich. Aus Angst vor Vandalismus sind sie geschlossen. Anders in Rosellen: Christa Brinckmann öffnet die Kirchentür von St. Peter jeden Morgen und schließt abends wieder zu. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der „Geh-hin-Kirche“ – ein Ausschuss des Pfarrgemeinderates für den Neusser Süden – sorgt sie zudem dafür, dass die Menschen aus der Umgebung das auch erfahren.

An der Mauer des Pfarrgartens an der Rosellener Kirchstraße hängen seit einiger Zeit zwei große Plakate – gestaltet von Karl Loeffen aus Rosellerheide. Auf dem linken ist neben den Worten „Kultur, Kirche, Kunst“ das Logo der Apostelgemeinden mit den vier Silhouetten der Kirchtürme von St. Peter Hoisten, St. Andreas Norf, St. Peter Rosellen und St. Paulus Weckhoven zu sehen. Auf dem rechten steht oben „Komm – du bist uns wichtig!“ und unten „…tritt ein – Kirche ist offen“ – mit einem Pfeil, der nach rechts zur Kirche weist. „Der untere Teil kann ausgetauscht werden“, berichtet Christa Brinckmann, „an der Stelle wollen wir auf aktuelle Veranstaltungen hinweisen“.

Denn die „Geh-hin-Kirche“ hat sich einiges vorgenommen. So soll es am 19. Oktober ab 19 Uhr einen Gottesdienst mit Weinprobe geben. Der Gottesdienst dreht sich um das Thema „Wein in der Bibel“, im Turm der Kirche stehen danach Weine aus fairem Handel zum Probieren bereit. Für den 9. November ist eine Gedenkstunde mit Chor zum Thema Frieden und Aussöhnung geplant. Im Advent steht dann eine Ausstellung in der Pfarrkirche zum Thema „Menschwerdung“ auf dem Programm, die Vernissage ist für den 30. November angesetzt. Neben Christa Brinckmann engagieren sich in der „Geh-hin-Kirche“ Sven Barrucker, Otmar Berg, Rudolf Brzensina, Karlheinz Jakowski, Mathias Kronenberg, Ansgar Kuswik, Karl Loeffen und Michael Augenstein. Ziel aller Aktionen ist es, Menschen anzusprechen, die sonst nicht in die Kirche kommen. Beraten und begleitet werden die Ausschussmitglieder von Michael Arend. „Ich sehe immer wieder Menschen, die vorbeikommen und kurz in die Kirche gehen“, erzählt der Pfarrvikar. Ihre persönlichen Bitten würden viele in ein Anliegen-Buch schreiben.