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Roland Sperling von der Partei „Die Linke“ möchte Bürgermeister werden.

Kommunalwahl 2020 : „Die Linke“ wirbt für autofreie Innenstadt

Roland Sperling von der Partei „Die Linke“ möchte am 13. September zum Bürgermeister gewählt werden. Er will die Bürgerbeteiligung fördern und soziale wie klimapolitische Fragen angehen.

Sich kurz zu fassen, damit haben Politiker mitunter so ihre Probleme. Roland Sperling ist da keine Ausnahme – vor den Kommunalwahlen am 13. September freilich nur allzu verständlich, schließlich gilt es jede Gelegenheit zu nutzen, die Menschen von sich und seiner Partei zu überzeugen. Trotzdem nimmt der Bürgermeisterkandidat „der Linken“ die Herausforderung an und fasst seine Zukunftsvision in einem Satz zusammen: „Wir stehen für die Entwicklung einer modernen Neusser Stadtgesellschaft – sozial, klimaschonend und partizipativ.“

Vor allem das Thema Bürgerbeteiligung liegt dem mit seiner Kanzlei von der „Kö“ ans Düsseldorfer Rathausufer umgezogenen Rechtsanwalt am Herzen. „Das wird gerne propagiert, ist aber oft nicht mehr als ein Schlagwort. Aber wenn man das ernst nimmt, ist das eine anspruchsvolle Angelegenheit.“ Darunter versteht er auf den Punkt gebracht ein aufgabenorientiertes, zeitlich genau befristetes Tätigwerden an einem konkreten, zur politischen Lösung anstehenden Problem mit dem Verfahren „Bürgergutachten durch Planungszellen“. Die Berechtigung, dabei mitzumachen, wird dem Einzelnen jeweils (das ist ein wesentliches Merkmal des Modells) in einem geordneten Zufallsverfahren zugesprochen.

Nicht hinnehmen mag Sperling zudem, „dass die Zahl der Sozialwohnungen seit 2015, trotz aller Konzepte, zurückgegangen ist. In keiner vergleichbaren Großstadt muss man im Verhältnis zum Einkommen so viel für Wohnraum ausgeben wie in Neuss.“ Klar ist die Position seiner Partei auch in Sachen Umwelt- und Klimaschutz: „Neuss soll bis 2035 klimaneutral sein, so hat es der Rat der Stadt vor gut einem Jahr beschlossen. Aber da muss man auch langsam mal aktiv werden.“ Die Klimafrage hat für Sperling auf Dauer die gleiche Dimension wie die noch nicht gelöste soziale Frage seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Deshalb seine Kernforderungen: „Bus- und Bahnfahren muss kostenlos sein und die Neusser Innenstadt soll autofrei werden. Was Paris kann, kann doch Neuss schon lange...“

Und weil er gerade unter Volldampf steht, hat der 59-Jährige den geplanten Wochenendtrip mit Familie nach Schottland verschoben.