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Rhein-Kreis Neuss: Roboter für Europa

Rhein-Kreis Neuss : Roboter für Europa

Die Firma Kawasaki Robotics vertreibt von ihrer Zentrale im Taubental aus Roboter. Die intelligenten Maschinen werden u.a. in der Auto- und Lebensmittelbranche eingesetzt. Die Firmenfläche hat sich gerade verdoppelt.

Das Unternehmen Kawasaki Robotics baut seit 1968 Roboter, gehört zu den Pionieren und Weltmarktführern der Branche. In Neuss führt der japanische Konzern mit dem bekannten Namen seine Europazentrale. Er ist Teil der Unternehmensgruppe Kawasaki Heavy Industries, die einst als Schiffsbauer begann, heute Kraftwerke und Brücken errichtet sowie im Recycling und in der Luftfahrt- und Raumfahrttechnik tätig ist. Produziert wird in der Zentrale im Gewerbegebiet Taubental allerdings nicht. Von hier aus werden die Roboter europaweit vertrieben. Distributoren sitzen verteilt von Skandinavien bis Spanien.

Im vergangenen Jahr verdoppelte sich die Firmenfläche mit Büros, Schulungsräumen und Hallen auf 2700 Quadratmeter. In einem Zollsperrlager in Erkrath sind stets rund 150 Roboter sowie Ersatzteile auf Lager. Der Erfinder der Roboter ist kein Wissenschaftler oder Ingenieur, sondern ein Science-Fiction-Autor. Der Russe Isaac Asimov griff im Jahr 1940 erstmals in seiner Kurzgeschichte "Robbie" Maschinen mit künstlicher Intelligenz auf. Die US-Firma Unimation griff in den 1950er Jahren diese Vision auf und ließ sich das Patent schützen, auf dem die meisten Roboter basieren.

Anwendung finden die Roboter von Kawasaki vor allem in der Automobilindustrie und der Allgemeinindustrie, etwa in der Lebensmittelbranche. Der "Klassiker", ein Punktschweißroboter, kommt zum Einsatz, um eine Autokarosserie zusammenzuschweißen. Die europäischen Werke des Autobauers Toyota werden von Neuss aus betreut. Die Allgemeinindustrie verwendet die Roboterarme bei speziellen Sortier- oder Palettierprozessen. Rund 50 unterschiedliche Modelle produziert Kawasaki Robotics. Meist beruhen die Maschinen auf einer Kinematik mit vier oder sechs Achsen. Die größten haben eine Reichweite von 3,50 Meter und tragen 700 Kilogramm.

Bei der Hannover-Messe im April, der weltgrößten Industriemesse, stellte das Unternehmen den neuen Schutzgasschweißroboter RA10L, einen Lackierroboter mit neuer Steuerung und die B-Serie zum Punktschweißen vor. Eine Neuentwicklung sind durch das Handgelenk geführte Anwenderkabel der B-Serie. "Das sogenannte 'Hollow Wrist' vermindert unter anderem den Verschleiß der Kabel", erklärt Marketingmanager Carsten Stumpf. "Unsere Programmierer sind keine Theoretiker, sondern Praktiker." Bei Projekten begleiten die Experten aus Neuss ihre Partner mit Hintergrundwissen. Die Ingenieure simulieren und entwickeln spezielle Arbeitsprozesse, beraten bei Problemen und gehen auf Fehlersuche.

(NGZ)