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RLT Neuss hat Premiere von „Schade, dass sie eine Hure war“ verschoben

Kultur in Neuss : Premiere im Rheinischen Landestheater ist abgesagt

„Schade, dass sie ein Hure war“ ist auf nächsten Donnerstag verschoben. Der Grund, so hieß es in einem Schreiben, sind künstlerische Differenzen zwischen der Regisseurin Kathrin Mädler und Intendantin Caroline Stolz.

Die Premiere von „Schade, dass sie ein Hure war“ nach John Ford hätte Samstagabend im RLT sein sollen. Hätte. Denn erst am frühen Donnerstagabend ließ das RLT verlauten, dass die Premiere nicht stattfinden wird. Der Grund, so hieß es in einem Schreiben, sind künstlerische Differenzen zwischen der Regisseurin Kathrin Mädler und Intendantin Caroline Stolz.

„In gegenseitigem Einvernehmen“, so heißt es weiter, haben Mädler und Stolz entschieden, „die Zusammenarbeit zu beenden. Intendantin Caroline Stolz und Chefdramaturgin Eva Veiders werden die Inszenierung bis zur Premiere fertigstellen.“ Neuer Termin ist der kommende Donnerstag, 12. März, 20 Uhr.

 Das Stück des Zeitgenossen von Shakespeare, über dessen Leben allerdings wenig bekannt ist, erzählt von der Liebe der Geschwister Annabella und Giovanni, die damit gegen alle Konventionen der Gesellschaft verstoßen. Dass diese unglückliche Liebe durchaus an „Romeo und Julia“ erinnert, bleibt nicht aus – nur endet sie bei Ford mit einem blutigen Mord.

Für Mädler, so erklärte sie in einem Vorgespräch, ist nicht die Liebe an sich wichtig, sondern die Art und Weise, wie „unsere Gesellschaft andere verurteilt, um sich selbst nicht in Frage zu stellen“. Es ging ihr weniger um den Inzest und seine Folgen, erklärte sie. „Ich sehe vor allem auch unsere heutige Welt“, sagt die Regisseurin, „eine Welt, die im Gewaltexzess verroht.“ Zudem wollte sie auch zeigen, wie Frauen an einer patriarchalischen Gesellschaft zerbrechen.