Richard Lingscheidt fand über Jugendkulturpreis NRW zu seinem Beruf

Vom Organisator zum Schauspieler : Vom Moderator zum Schauspieler gewechselt

Wie der RLT-Schauspieler Richard Lingscheidt zu seinem Beruf fand: Er organisierte einst das Festival für den Jugendkulturpreis NRW.

Er war noch ein Schüler, als er beschloss, Schauspieler zu werden. Aber die Initialzündung kam für den RLT-Schauspieler Richard Lingscheidt an dem Tag, als der Jugendkulturpreis NRW in Bochum verliehen wurde. Der damals 15-Jährige gehörte zu dem Team von Jugendlichen, das das dazugehörige Festival „See you“ vorbereitete und moderierte. „In der Jahrhunderthalle!“ sagt Lingscheidt, der seit der Spielzeit 2015/16 zum Ensemble des RLT gehört, und mit dem Ausruf auch schon erklärt, warum er sich überhaupt beworben hatte.

Hinter die Kulissen schauen, die Jahrhunderthalle mal nicht als Zuschauer zu erleben – all das reizte ihn so, dass er ein halbes Jahr Arbeit investierte und zusammen mit „vier bis fünf“ anderen Jugendlichen das Festival bis ins kleinste Detail vorbereitete. „Wir haben aber sehr viel Hilfe von der LKD bekommen“, betont er. LKD – das ist der Fachverband der Jugendkunst-, Kreativitätsschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen in NRW, der das Festival mit Preisverleihung alle zwei Jahre veranstaltet und im September damit in Neuss zu Gast ist.

Dass er als 15-Jähriger auf die Idee einer Bewerbung gekommen war, sei das Verdienst seiner Deutschlehrerin, sagt Lingscheidt lachend. Er hatte damals nämlich noch vor, Eventmanagement zu studieren: „Aber über die Arbeit habe ich dann gemerkt: Das ist es nicht!“ sagt er und findet zu Recht, dass auch das ein gutes Ergebnis ist. Vormittags Schule, dann Hausaufgaben und anschließend die Arbeit im Orga-Team: „Da war der Tag schon mal erst um 22 Uhr zu Ende“, erzählt er.

Zu seinen Aufgaben gehörte es, die Teilnehmer „per Telefon abzuklappern“, zu erfahren, was von ihnen kommt und dann die Reihenfolge für die Bühne zusammenzustellen. Die einen brauchten Licht, die anderen Kulissen – Lingscheidt sorgte dafür, dass alles vorhanden war. Und weil er allein deswegen gut im Bilde über das Programm war, war auch schnell klar, dass er den Tag moderieren würde.

Viel Spielraum gab es dabei zwar nicht, sagt er, denn bei der Moderation handele es sich eher um Ankündigungen, aber dennoch wusste er auch danach: „Das möchte ich nicht machen.“ Moderationen sind auch heute nicht sein Ding, spielen, singen und tanzen auf der Bühne hingegen schon.

Nach dem Abitur bewarb sich Lingscheidt bei diversen deutschen Schauspielschulen, freute sich, als es mit der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam klappte. Und dass er nach dem Studium direkt danach ein Festengagement in Neuss bekommen hat, ist für ihn ein Glücksfall. Film- und Fernseharbeit hat er ja auch gelernt – was ihm neben dem Studium der Gesangspädagogik zu einem zusätzlichen Standbein verhilft.

(hbm)