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Rhein-Kreis: Zwei Drittel der Betriebe im Einzelhandel droht Insolvenz

Umfrage von IHK und Handelsverband NRW : Zwei Drittel der Betriebe melden Insolvenzgefahr

Knapp ein Drittel der vom Lockdown betroffenen Einzelhändler im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein geht von einem Umsatzrückgang im Weihnachtsgeschäft zwischen 25 und 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus.

23 Prozent gehen sogar von noch höheren Verlusten aus und ebenfalls 23 Prozent gehen von Umsatzverlusten von bis zu 25 Prozent aus. Nur neun Prozent erhoffen sich eine Steigerung des Umsatzes. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein unmittelbar nach Inkrafttreten des Lockdowns am Mittwoch durchgeführt hat. „Anders als im März konnten allerdings viele Einzelhändler in den vergangenen Tagen bereits direkt auf Möglichkeiten und Prozesse zurückgreifen, den Kontakt zu den Kunden zu halten und Serviceangebote aufrechtzuerhalten“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Dennoch mahnt er, dass die Überbrückungshilfe III nicht ausreichen wird, um ein Ladensterben in den Innenstädten zu verhindern.

„Mir macht Mut, dass viele Händler kreative Ideen entwickeln, kontaktlos Waren zu verkaufen – sei es über einen Liefer- oder einen Abholservice nach vorheriger Bestellung“, so Steinmetz. Immerhin knapp die Hälfte der Betriebe versuchen, mit einem Online-Geschäft die Umsatzverluste zu verringern. Dennoch rechnen 90 Prozent dieser Einzelhändler damit, maximal ein Viertel des Umsatzverlustes durch eine Anpassung des Geschäftsmodells auszugleichen.

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Dass die Einzelhändler bereits im ersten Lockdown ihre Konzepte optimiert haben, um trotz geschlossener Türen den Kundenkontakt zu halten, sei nun von Vorteil, sagt Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW. Dennoch: „Nur knapp die Hälfte unserer Umfrageteilnehmer, fast 80 Prozent, hat es geschafft, mehr als 40 Prozent des Vorjahresumsatzes sowohl im Wochenverlauf als auch am vierten Adventssonntag zu erzielen“, lautet Achtens ernüchterndes Fazit. Überwiegend positiv hingegen sei bis jetzt die Umsatzentwicklung beim weiterhin geöffneten Einzelhandel, wie bei den Lebensmitteln und Drogeriewaren, gewesen.

Die Industrie- und Handelskammer befürchtet aber, dass es nun zu einem Ladensterben in den Innenstädten kommt, wenn nicht gegengesteuert wird. Zwei Drittel der Betriebe, die von den Einschränkungen betroffen sind, melden eine deutliche Insolvenzgefahr.

(NGZ)