Rhein-Kreis: Teilzeitausbildung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ausbildung in Teilzeit: Mit der Teilzeitausbildung Fachkräfte gewinnen

Flexiblere Dienstzeiten ermöglichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Drei Azubis berichten von ihren Erfahrungen.

Gut ausgebildete Fachkräfte werden in vielen Branchen händeringend gesucht. Die Projektpartner des Landesprogramms TEP stellten Unternehmern jetzt bei der IHK in Neuss eine Möglichkeit vor, geeignete Nachwuchskräfte zu finden – die Teilzeit-Berufsausbildung. TEP steht für „Teilzeitberufsausbildung – Einstiege begleiten – Perspektiven öffnen“. Karin Lange vom Kolping-Bildungswerk in Neuss wirbt für die Programm-Teilnehmer, in der Regel junge Mütter ohne Ausbildungsabschluss, „die meisten von ihnen aber hoch motiviert und mit mehr Lebenserfahrung als direkt nach dem Schulabschluss“, so die Projektleiterin. Andrea Krings kann das bestätigen: „Wenn wir Mütter nicht organisieren können, wer soll es dann können“, betont die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin. Die 32-Jährige wurde mit 19 Jahren Mutter – alleinerziehend und ohne Ausbildungsabschluss. Beim Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe im Rhein-Kreis (BIG) lässt sie sich nun zur Krankenschwester ausbilden. Dort startet alle zwei Jahre eine eigene Teilzeit-Klasse – die nächste am 1. September 2019.

Die Ausbildung zur Teilzeit-Krankenpflegerin dauert vier statt drei Jahre und entspricht mit 29 Wochenstunden einem Stellenumfang von 75 Prozent. Neben Andrea Krings stellten auch Christina Kwindt und Anette Pies ihre Teilzeit-Ausbildungen vor. Kwindt (28) wollte System-Elektronikerin werden, fand aber keine Lehrstelle und kümmerte sich dann um ihre beiden Kinder. Schließlich bekam sie bei Basic Support die Chance, sich in Teilzeit zur System-Kauffrau ausbilden zu lassen. Anette Pies (34) hat einen neunjährigen Sohn. Sie wurde im Lehramtsstudium schwanger und nahm mit 30 Jahren eine Teilzeit-Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in Angriff.

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Eine Teilzeit-Ausbildung ist in allen Berufsfeldern des dualen Systems möglich. Die Ausbildungszeit im Betrieb wird dabei reduziert, der Berufsschulunterricht im vollen Umfang erteilt, die Vergütung kann an die Stundenzahl angepasst werden. Anzuraten ist ein Praktikum vor Ausbildungsbeginn und die Klärung der Kinderbetreuung. „Ohne ein gut funktionierendes Netzwerk von Freunden und Familie geht es nicht“, betont auch Anette Pies.

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