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München/Rhein-Kreis: Rhein-Kreis punktet als Logistikstandort

München/Rhein-Kreis : Rhein-Kreis punktet als Logistikstandort

Als einer der führenden Logistikstandorte in Deutschland präsentiert sich der Rhein-Kreis auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real in München. Harte Fakten sollen Investoren überzeugen.

Gestern vorgestellt: eine Studie, die auf dem Markt für Industrie- und Hallenflächen Transparenz schafft.

Moderatorin Steffi Neu mit Niederrhein-Schal, IHK-Chef Heinz Schmidt. Foto: Berns, Lothar

Ein Unternehmen braucht eine Halle oder ein Lager — und baut, was benötigt wird. Das war gestern. Die Globalisierung hat längst auch die Immobilienwirtschaft erfasst. Überregional oder international agierende Investoren und Fonds geben den Ton an. Die Folge: Für die Wirtschaft in der Region, aber auch Interessenten von außen sind Angebot und Marktentwicklung weniger transparent. Unsicherheit aber hemmt Investitionsentscheidungen.

"Elefantenrunde" zum Messeauftakt: Am Niederrhein-Stand diskutierten auf dem Podium die Oberbürgermeister und Landräte aus der Region. Foto: L: Berns

Der Rhein-Kreis steuert dagegen und präsentiert noch bis Mittwoch auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real in München eine mit hohem Aufwand erstellte Studie zum Bestand und der Qualität von Industrie- und Hallenflächen im Kreisgebiet. "Für uns ist das eine große Chance, stärker ins Blickfeld der Investoren zu rücken und künftig mehr als bisher vom wachsenden Bedarf an modernen Produktions- und Logistikflächen zu profitieren", sagt Kreis-Wirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz. Investoren und Unternehmen, die einen neuen Standort suchten, bekämen durch die Studie mehr Planungssicherheit. "Das erleichtert Investitionsentscheidungen und wir können Unternehmen schnell sagen, wo noch etwas frei ist", sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Lektüre: Ulrich Held (l.) und Peter Lambertz mit der NGZ-Beilage zur Expo. Foto: Berns, Lothar

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Sommer und Herbst vergangenen Jahres wurden im Rhein-Kreis 2085 Objekte mit insgesamt 4,9 Millionen Quadratmeter Nutzfläche identifiziert. Zum Vergleich: In Mönchengladbach sind es 2,9, in Krefeld 3,2 Millionen Quadratmeter. Auffällig ist ein in der Region überdurchschnittlicher Anteil von Industrie- und Hallenflächen in Großobjekten — ein Spiegelbild der Wirtschaftsstruktur im Rhein-Kreis, zu der auch die großen Aluminiumwerke von Hydro, der Chempark in Dormagen und die Kraftwerksstandorte in Grevenbroich gehören. Hinzu kommen große Logistikstandorte, etwa von Fiege in Neuss oder 3M in Jüchen.

Talk mit Steffi Neu (v.l.): Dieter Spindler, Franz-Josef Moormann, Ursula Kwasny, Hans Jürgen Petrauschke und Jürgen Steinmetz. Foto: Berns, Lothar

2,9 Prozent — 142 022 Quadratmeter — der ermittelten Flächen standen zum Zeitpunkt der Datenerhebung leer. Der Wert liegt etwas höher als Mönchengladbach (2,3 Prozent) und Krefeld (2,8 Prozent). Eine Erklärung: Im Rhein-Kreis werden von Investoren besonders viele Vermietungsobjekte in Form von Gewerbeparks und Logistikzentren errichtet. Ein Beispiel ist der vom britischen Immobilienkonzern Segro in Grevenbroich gebaute Logistikpark Vierwinden.

Rhein-Kreis-Runde in München: Landrat, Bürgermeister und die Wirtschaftsförderer am Gemeinschaftsstand Niederrhein. Foto: Berns, Lothar

Ein Trend: Der Anteil von Logistikimmobilien am Neubauvolumen steigt. In der Zeit seit 2000 wurden 55 Prozent aller Neubauten für die Logistikbranche geschaffen. Knapp 20 Prozent des Gesamtbestandes an Industrie- und Hallengebäuden werden logistisch genutzt.

Logistik als Zugpferd für die gesamte Region, so sieht es auch Heinz Schmidt, Präsident der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Fiege in Neuss und L'Oréal in Kaarst seien weitere Beispiele, die deutlich machten, dass Logistik nicht mehr Spedition pur, sondern auch ein Faktor für viele neue Jobs sei.

"Davon müssen wir profitieren und nicht nur unsere Autobahnen als Transportstrecke zur Verfügung stellen", auf der Expo Real betont Schmidt die Bedeutung der Logistik — und setzt gleichzeitig einen Merkposten für die Diskussion über den neuen Regionalplan im Regierungsbezirk. Nur wenn darin ausreichend Flächen für Logistik und Industrie ausgewiesen würden, habe der Niederrhein die Chance, vom rasant steigenden Güterverkehr, der über die Seehäfen in Belgien und den Niederlanden in Richtung Rhein/Ruhr transportiert werde, zu profitieren.

(NGZ/rl/url)