Rhein-Kreis Neuss: Weniger Firmenpleiten als im ersten Halbjahr 2017

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : Im ersten Halbjahr gab es so wenig Firmenpleiten wie seit 2007 nicht mehr

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Rhein-Kreis Neuss im ersten Halbjahr zurückgegangen.

Die Konjunktur in der Region steht auch in den ersten sechs Monaten des laufendes Jahres gut da – trotz der „America First“-Politik von Donald Trump und des Brexit. Wie die Creditreform Düsseldorf/Neuss mitteilt, ist die Zahl der Firmenpleiten im Rhein-Kreis Neuss im ersten Halbjahr 2018 leicht zurückgegangen. Allerdings sei die Wirtschaft im Kreis, die bereits seit Mitte 2015 von einer zunehmend starken Regionalkonjunktur beflügelt wurde, nicht vor zeitweisen Anstiegen bei den Unternehmensinsolvenzen gefeit. Deren Zahl nahm im Gesamtjahr 2017 durch einen merklichen Anstieg im zweiten Halbjahr zu. Nun hat sich die Lage wieder entspannt.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Rhein-Kreis Neuss ist im ersten Halbjahr 2018 um sechs auf 101 Konkurse gefallen. Sie liegt für diesen Zeitraum auf dem niedrigsten Stand seit Mitte 2007, dem Ausgangsjahr der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nur in den ersten sechs Monaten 2007 wurde mit 88 Firmenpleiten ein deutlich besserer Wert für die acht Kreis-Kommunen gemessen. Die Creditreform erwartet für das Gesamtjahr 2018 einen leicht positiven Trend. Allerdings werde die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im zweiten Halbjahr vermutlich leicht ansteigen. Im gesamten Jahresverlauf stünden unterm Strich aber vermutlich bessere Zahlen als 2017. Laut Hochrechnungen werden für 2018 rund 205 Firmenpleiten erwartet.

Im Rhein-Kreis Neuss finden sich auch im ersten Halbjahr 2018 die meisten Insolvenzen im Dienstleistungssektor und im Handel. Das Bauhauptgewerbe hingegen befindet sich derzeit im Boom, nach Angaben der Creditreform-Wirtschaftsforschung hat sich die sogenannte Insolvenzquote in diesem Sektor seit 2009 faktisch halbiert. Ein ebenfalls positiver Trend gilt derzeit für das Gastgewerbe.

Auf kommunaler Ebene verzeichnen Grevenbroich (minus 53 Prozent) und Meerbusch (minus 46 Prozent) im ersten Halbjahr 2018 deutliche Rückgänge bei den Firmenpleiten – allerdings von vergleichsweise niedrigem Niveau ausgehend. Einen leichten Rückgang gibt es in Neuss (minus zwei Prozent), Jüchen, Kaarst und Dormagen verzeichnen einen leichten Anstieg. Unterm Strich hat sich die eher optimistische Trendprognose vom Jahresbeginn aber erfüllt.

(NGZ)